37-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt
1000 Euro für Beleidigung per SMS

Coesfeld. Im Grunde war es eine Beziehungstat, die mit beleidigenden Worten per SMS ausgetragen wurde. Hätte die Ex-Freundin des 37-jährigen Mannes aus Coesfeld das nicht als Beleidigung zur Anzeige gebracht, wäre das auch kein Thema für eine Verhandlung vor dem Amtsgericht in Coesfeld gewesen.

Mittwoch, 11.12.2019, 21:42 Uhr

Laut Anklageschrift soll der Coesfelder seiner Partnerin, die in Dülmen wohnt, zwei SMS mit äußerst beleidigendem Inhalt geschickt haben. Die Nachrichten soll der Angeklagte vor dem 27. Oktober 2018 verschickt haben. Erst danach haben sie sich im folgenden Dezember getrennt. Dreieinhalb Jahre war das Paar zusammen. Die Vaterschaft der Tochter zweifelte der Angeklagte mittlerweile an, obwohl medizinisch noch nichts bewiesen war. Aufgrund dieser Tatsache gab der Angeklagte zu Protokoll, dass er einen Nervenzusammenbruch gehabt habe, wochenlang nicht arbeiten konnte und mit Tabletten behandelt wurde. „Seit der Trennung habe ich das Mädchen kaum gesehen. Ich zahle allerdings weiter Unterhalt“, ergänzte der Angeklagte, der sich an die beiden SMS nicht erinnern konnte. Seine Ex-Partnerin legte als Zeugin die Sprachnachrichten auf ihrem Smartphone dem Richter vor. Der Angeklagte und die Zeugin waren sich einig, dass der junge Mann sein Handy am 19. Oktober 2018 verloren habe. Als der Angeklagte die Zeugin beschuldigte, die Sprachnachrichten selbst auf seinem Smartphone geschrieben zu haben, wehrte sie diesen Vorwurf entschieden ab. Er habe keine Tastensperre.

Damals habe er noch ab und zu in ihrer Wohnung übernachtet, das wäre durchaus möglich gewesen, begründete er diesen Vorwurf. „Ich kann mich nicht daran erinnern. So etwas geschrieben zu haben“, betonte er. Staatsanwalt und Richter waren sich einig, dass die widersprüchlichen Aussagen des Angeklagten und der Zeugin dennoch zu einer Geldstrafe führten. Der Angeklagte muss 40 Tagessätze zu je 25 Euro an das Gericht zahlen. Mit Blick auf seine letzte Vorstrafe vor zehn Jahren bezeichnete der Richter dieses Urteil noch als „humane Strafe“.

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