29-Jähriger nimmt Einspruch gegen Urteil zurück
Gespräch mit Polizei aufgezeichnet

Coesfeld. Als der 29-jährige Legdener am frühen Morgen des 7. September 2018 von der Polizei in Coesfeld angehalten wurde, führte sein Verhalten gegenüber der Polizei zur Anklage vor dem Amtsgericht in Coesfeld. Er hat das Gespräch mit der Polizei auf seinem iPhone aufgezeichnet, was ihm den Vorwurf der „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“ einbrachte.

Donnerstag, 12.12.2019, 20:38 Uhr

Bereits vor einigen Monaten wurde dieser Vorfall verhandelt und mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro und der Einziehung des Geräts geahndet.

Dagegen hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt, der zu zwei weiteren Prozessterminen führte. Letztlich hat er den Einspruch zurückgenommen und die Geldstrafe anerkannt.

Das Argument des Angeklagten: „Ich fühle mich unfair behandelt. Ich fand das Verhalten der Beamten nicht korrekt und nicht vorbildlich.“

Nach seinen Ausführungen wollte er an diesem Tag nur nach Hause, wurde im Verkehr auffällig und deshalb von der Polizei angehalten.

„Der erste Polizist wollte wissen, was ich in der Jackentasche habe. Als ich das Portemonnaie herausholte und ihm dieses zeigte, wollte er mein Geld darin zählen. Als ein weiterer Polizist dazu kam, hat er so getan, als wenn er das nicht mehr wollte. Das kam mir komisch vor“, so der Angeklagte.

Als er sein iPhone gezückt habe, um das weitere Gespräch aufzunehmen, hätten die Polizisten das gesehen und ihn nicht daran gehindert. „Sie wussten, dass ich alles aufgezeichnet habe. Ich habe auch freiwillig einen Alkohol- und Drogentest gemacht“, ergänzte der Angeklagte.

Beim ersten Prozesstermin waren die Polizisten als Zeugen geladen. Bei diesem Termin waren sie nicht mehr vorgeladen worden.

„Sie machen aus der ganz kleinen Sache eine ganz große. Sie sollten für sich überlegen, ob sich das Ganze wirtschaftlich lohnt“, belehrte der Richter den Angeklagten, der sich daraufhin mit seinem Verteidiger für ein paar Minuten zurückzog. Der Einspruch wurde zurückgenommen und das Geldstrafenurteil angenommen.

Die Kosten des Verfahrens muss der Angeklagte tragen. „Ich hoffe, dass das Ganze jetzt endlich vom Tisch ist“, zeigte sich der Richter hoffnungsvoll und erleichtert.

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