Kabarettisten-Trio Storno begeistert Publikum in der Bürgerhalle
Finger auf die Wunde gelegt

Coesfeld. Kabarett ist dazu da, um die Finger auf Wunden der Politik und der Gesellschaft zu legen. Diese Aura bedient das Münsteraner Kabarettisten-Trio Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen seit 15 Jahren so erfolgreich, dass gleich nach dem Start des Vorverkaufs die Veranstaltungen ausgebucht sind. So auch in der Bürgerhalle in Coesfeld, eingeladen von dem Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte e.V. (IBP).

Sonntag, 15.12.2019, 11:20 Uhr
Kabarettisten-Trio Storno begeistert Publikum in der Bürgerhalle: Finger auf die Wunde gelegt
Kabarettisten-Trio Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen sorgte für Lachstürme in der Bürgerhalle. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Wer Storno engagiert, hat auch einen Knüller der politischen Kabarettszene zu Gast. Kein Auge blieb dabei trocken und kein Lachmuskel unbewegt mit Nährwert und Mehrwert für die kritisch denkende Seele der meisten Deutschen.

Philipzen zog die rote Linie von Alexander von Humboldt zur AfD, in dem er die selektive Wahrnehmung anprangerte. Alle drei zogen sich an dem Begriff „Rechtspopulismus“ hoch, was Funke ganz menschlich interpretierte. „Mit der Nasenscheidewand habe ich auch Probleme“, und deutete das Ergebnis des Bohrens in der Nase an.

Und schon hatten sie Trump auf dem Kieker. „Trump ist der Teletubbie auf Ecstasy“, tönte Philipzen und ahmte diesen Zustand, sehr zur Freude der Zuschauer, nach. Mit Blick auf den Versuch von Trump, Grönland den Dänen abzukaufen, hatten sie auch einen schönen gemeinsamen Spruch auf Lager: „Trump hat nichts mit den Dänen gemeinsam. Dänen lügen nicht.“

Vor allem bekam die deutsche Politik ihr Fett weg. Funke hatte einen Antrag auf das Angie-Double gestellt. „Ach daher das Zittern von Merkel“, tönte Philipzen. Funke markierte die Abkürzung AKK für Annegret Kramp-Karrenbauer als „unknackbares Passwort“.

Auf die Frage, was mit der SPD los sei, stellte Rüther mit Worten das Bild von Willy Brandt in den Raum, der sich wie eine Turbine im Grab drehen würde: „Das erzeugt Energie. Damit könnten sie die Energiewende schaffen.“ Christian Lindner als „Unterwäschenmodell“ könne das Duo der Grünen auch nicht toppen.

Natürlich durften auch das „wütende Kind Greta Thunberg“ und die Umweltdebatte nicht fehlen. E-Scooter als Spaßvehikel. Oma und Opa mit E-Bikes, die im Affenzahn durch die Stadt fahren, und das vorgeschlagene Tempolimit waren nur einige der Themen, die sie ebenfalls in ihrer bissig-satirischen Art mit Worten, die sie wie Pfeile verschossen, in den Saal abfeuerten. Auch die Abgasdebatte gehörte dazu. „Welches andere Volk hat einen CO2 freien Flughafen?“, fragte Funke.

Nach Debatten über die Bundeswehr und ihre Ministierinnen traf es auch die Frauenbewegung in der katholischen Kirche, initiiert durch Frauen aus Münster unter dem Begriff „Maria 2.0“. „Die Münsterländer Frauen sind die rebellischsten auf dem ganzen Planeten“, stöhnte Funke und dachte dabei laut an seine eigene Frau. Auch das entzündete Begeisterung, die am Ende in stehende Ovationen mündete.

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