Gegen Westfleisch-Erweiterung
Nabu und Grüne demonstrieren morgen mit

C0esfeld (ds). Gegen die Pläne der Firma Westfleisch, ihren Schlachthof in Stockum zu erweitern, formiert sich weiterer Protest. Nachdem schon die Tierschutzpartei, die Initiative „Stoppt Westfleisch“ aus Oer-Erkenschwick, die Coesfelder Gruppe von „Parents for Future“, die Kreis-Gruppe „Science for Future“, „Fridays for Future“ aus Dülmen und Anwohner Widerstand angekündigt haben (wir berichteten), wollen sich morgen auch die Kreisverbände Coesfeld des Naturschutzbundes (Nabu) und von Bündnis 90/Die Grünen an einer Mahnwache vor dem Coesfelder Rathaus beteiligen. Sie wollen die Ratsmitglieder, die ab 17 Uhr über den Bebauungsplan zur Erweiterung beraten, auffordern, „Nein“ dazu zu sagen. Die Mahnwache ist von 16 bis 18 Uhr angemeldet.

Mittwoch, 18.12.2019, 16:24 Uhr

„Wir befürchten eine weitere Absenkung des Grundwasserspiegels durch die zusätzliche Entnahme mit Hilfe der betriebseigenen Brunnensysteme“, äußert sich Nabu-Vertreter Markus Sutthoff dazu. Die umliegenden Waldgebiete hätten schon unter den trockenen Sommern 2018 und 2019 gelitten und könnten eine weitere Grundwasserentnahme nicht verkraften. „Der sparsame Umgang mit der Ressource Wasser ist daher eine Pflicht“, so Sutthoff. Außerdem stellt das verunreinigte Wasser nach seinen Angaben ein Problem für die Umwelt dar. Und: Die Steigerungen beim Schwerlastverkehr wirkten sich negativ auf die Klima-Bilanz im Kreis Coesfeld aus. Nabu-Kreisvorsitzender Dr. Detlev Kröger ergänzt, dass auch nicht einzusehen sei, dass in Coesfeld immer mehr und weiter Fleisch für den internationalen Markt produziert wird.

In dieselbe Kerbe schlagen auch die Grünen: „Immer größere Schlachtzahlen führen zu einer steigenden Industrialisierung und Anonymisierung von Mensch und Tier“, meint Kreisvorsitzende Dr. Anne-Monika Spallek. Eine Erhöhung der Schlachtzahl bei Westfleisch um 55 % entspräche einem Plus von 1,3 Millionen geschlachteten Schweinen im Jahr. Die heutigen industriellen Schlachtprozesse seien „alles andere als tiergerecht“. 1 bis 14 % der Tiere erlebten die Schlachtung bei Bewusstsein, weil die Betäubung mit CO2 nicht tief genug wirke.

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