Diamantener Meisterbrief für Franz-Josef Borgmann
250 Lehrlinge ausgebildet

Coesfeld/ Ahaus. Die Verleihung Diamantener Meisterbriefe ist nicht gerade an der Tagesordnung. Franz-Josef Borgmann bekam ihn jetzt in der Geschäftsstelle der Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH in Ahaus.

Sonntag, 22.12.2019, 11:26 Uhr
Diamantener Meisterbrief für Franz-Josef Borgmann: 250 Lehrlinge ausgebildet
Bei der Überreichung des Diamantenen Meisterbriefes an Borgmann: (v.l.) Marcus Büttner, Geschäftsführer Landesverband Landbautechnik NRW; Heinz-Georg Mors, Geschäftsführer Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH und Präsident LandBauTechnik NRW; Günther Kremer, Kreishandwerksmeister Kreis Borken; Stefan Ester, Geschäftsführer Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH; Jubilar Franz-Josef Borgmann; Gisela Paus, Partnerin von Borgmann; Christoph Bruns, Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Kreis Borken; Dr. Michael Oelck, Hauptgeschäftsführer LandBauTechnik Bundesverband; Daniel Janning, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Borken. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Der gebürtige Coesfelder hat eine beispielhafte Karriere als Landmaschinenmechaniker und in zahlreichen Ehrenämtern seines Handwerks ausgefüllt, weshalb zum Überreichen des Meisterbriefes zahlreiche Vertreter verschiedener Organisationen gekommen waren.

Als Franz-Josef Borgmann vor 65 Jahren seine Meisterprüfung im Landmaschinenmechanikerhandwerk vor dem Prüfungsausschuss der Handwerkskammer Lüneburg-Stade ablegte, zeichnete sich schon sein Weg ab.

Im Jahre 1932 wurden er und sein Zwillingsbruder Alfred in Coesfeld im elterlichen Schlafzimmer geboren. Unter ihnen tuckerte gerade ein Lanz Bulldog in der elterlichen Landmaschinenwerkstatt. Ein Geräusch, das ihn sein Leben lang begleiten und begeistern wird.

Er machte von 1947 bis 1950 seine Lehre als Landmaschinenmechaniker. „Wir haben 25 Reichsmark bekommen, sechs Tage die Woche gearbeitet mit 56 Stunden pro Woche. Hätten wir das nicht gemacht, wäre Deutschland nicht da, wo es heute ist“, erinnerte sich Borgmann. Vier Jahre später wurde er Meister. „Damals waren noch fünf Gesellenjahre vorgeschrieben. Da ich aber so einen guten Abschluss als Geselle gemacht habe, durfte ich den Meister schon ein Jahr früher machen“, gestand Borgmann mit einem Lächeln.

„Ich habe seitdem 250 Lehrlinge ausgebildet“, so Borgmann. 1955 übernahmen die Zwillinge den elterlichen Betrieb. 1969 kam noch das Autohaus Borgmann in Coesfeld hinzu. Da sie keinen Nachfolger hatten, haben sie 1994 das Autohaus an VW Knubel verkauft und den Landmaschinenbetrieb an Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH. Borgmann setzte sich dennoch nicht zur Ruhe und führte einige ehrenamtliche Ämter weiter.

1993 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen für den Einsatz für seinen Berufsstand und den Nachwuchs. „Das Ausbilden war für mich immer das Wichtigste“, so Borgmann.

Bis 2018 war er auch noch zusätzlich als Sachverständiger in Landmaschinenbetrieben in ganz Europa unterwegs mit kuriosen Geschichten. Als er sich nach der Besichtigung eines Betriebs vom Chef verabschiedete, stellte er fest, dass dieser sein Auto genau neben dem Eingang auf einem reservierten Parkplatz abgestellt hatte.

„Der erste Platz gehört immer dem Kunden, das ist die wichtigste Person hier“, teilte Borgmann dem Chef mit, der das auch umgehend geändert hat. Gern erinnerte sich Christoph Bruns, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken, daran, dass auf Betreiben Borgmanns 1989 die Lossprechungsfeier wieder eingeführt wurde. Auch die Fachschule in Lüneburg hat Borgmann viel zu verdanken.

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