Speziell ausgebildeter Border Collie im Anna-Katharina-Emmerick-Kindergarten
Tierisch viel Spaß mit Jack

Coesfeld. Mit viel Schwung wirft Mira einen großen Stoffwürfel. „Eine Fünf“, ruft sie und platziert fünf Leckerlis in die speziellen Löcher des Würfels. Schnell läuft sie los, springt über fünf aufgebaute, gelbe Hürden, hüpft auf einem Bein zwischen zwei gestreiften Pylonen und kriecht durch einen kleinen runden Tunnel. Dort wartet schon Jack. „Los! Jack komm!“, fordert Mira. Der Border Collie wartet keine Sekunde und folgt der Fünfjährigen mit schnellen Schritten durch den Tunnel. „Gut gemacht“, freut sich Mira. Zur Belohnung reicht sie ihm den Würfel. Jack weiß genau, was das heißt: Genüsslich schleckt er die Leckerlis aus dem Würfel.

Sonntag, 29.12.2019, 11:00 Uhr
Speziell ausgebildeter Border Collie im Anna-Katharina-Emmerick-Kindergarten: Tierisch viel Spaß mit Jack
Mit der Hilfe von Gudrun Brumann (rechts) hält Finja den sogenannten Target-Stab. Nach Aufforderung der Erzieherin zögert Hund Jack keine Sekunde und lehnt sich auf den Stab. So wird den Kindern beigebracht, wie schwer und kräftig ein Hund ist. Fotos: Leon Eggemann Foto: az

„Wir üben gerade den Umgang mit Zahlen in Verbindung mit Motorik und Koordination“, erklärt Gudrun Brumann. Sie ist Erzieherin im Anna-Katharina-Emmerick-Kindergarten und Halterin des Hundes. Zweimal pro Woche ist der Vierbeiner fester Bestandteil der Übungen. „Jack ist ein ausgebildeter Therapiehund im Bereich Pädagogik“, verrät Brumann. „Die Kinder sollen schwerpunktmäßig den Umgang mit Tieren lernen und durch das Spielen mit dem Hund Spaß an Sachwissenvermittlung entwickeln.“ Das Angebot komme bei den Jungen und Mädchen super an.

„Wer möchte mal das Herz von Jack schlagen hören?“, fragt Brumann. „Ich“, sagt Finja blitzschnell. Als wüsste Jack bereits, welche Übung ansteht, legt er sich ganz ruhig und entspannt auf die Seite. Vorsichtig legt Finja ihren Kopf sanft auf den Bauch des Hundes. „Ich höre es“, staunt sie. „Das Fell ist ja ganz weich.“ Reihum dürfen auch die anderen Kinder der kleinen Gruppe den Herzschlag des Hundes hören. „Dabei bauen die Kinder ein Vertrauen zum Hund auf“, weiß Brumann. „Mit einem nicht trainierten Hund wäre so eine Übung gar nicht möglich.“ Jack dagegen wurde von Kindertagen an für zwei Jahre ausgebildet. „So werden auch Kinder, die zunächst Angst haben, ganz langsam an den Hund herangeführt“, so Brumann. Um den Ausbildungsstand weiter zu halten, besucht er weiter die Hundeschule Treemountains in Coesfeld.

Nach kurzer Entspannung ist wieder die volle Konzentration des Hundes gefordert. „Jack soll über den Stab springen“, schlägt Matteo vor. Die anderen Kinder nicken zustimmend. Gudrun Brumann zückt den sogenannten Target-Stab und gibt diesen an Matteo. Der Vierjährige hält ebenso wie Jannis das Endes des Stabes – gemeinsam bilden sie eine Hürde. „Romy, du darfst jetzt Jack zu dir rufen“, erlaubt Gudrun Brumann. Gesagt, getan – kaum ruft sie den Vierbeiner zu sich, springt dieser elegant über den Stab. „Super“, lacht Romy. Auch die anderen Kinder klatschen. Immer wieder springt der Border Collie lässig über die „Hürde“.

Zum Abschluss der Stunde steht ein gemeinsames Wettrennen an – Hund und Kinder warten an der Wand mit Spannung auf den Pfiff von Gudrun Brumann. Als dieser ertönt, laufen sie los. „Jack war der Schnellste“, stellt Jannis fest. „Zur Belohnung gibt es ein Leckerli.“

An der Ziellinie angekommen ist für Jack Feierabend. „Nach 45 Minuten lässt die Konzentration des Hundes langsam nach“, erklärt Gudrun Brumann. Sie nimmt ihm sein hellblaues Lätzchen ab. „Es zeigt ihm, dass die ‘Arbeit’ mit den Kindern beginnt“, verrät die Erzieherin. „Wenn ich das Lätzchen abnehme, weiß Jack genau, dass er jetzt Feierabend hat.“ Nach den vielen anstrengenden Übungen hat sich der Vierbeiner diesen redlich verdient.

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