COErocks-Trend auch weiterhin in Bewegung
Wenn Steine Erinnerungen schaffen

Coesfeld. Mit Blick auf den großen Karton und die prall gefüllte Einkaufstasche, die in der Wohnung von Fruzsina Gebrine Vig und ihrer Familie nach dem Weihnachtsurlaub in der ungarischen Heimat stehen, würde man auf eine üppige Geschenke-Ausbeute tippen. Doch weit gefehlt. Sie sind gefüllt mit Steinen. Bemalt mit Einhörnern, Katzen, Glückskleeblättern und kleinen Schweinchen, aber auch unbemalt – als Vorrat. Mag zunächst ungewöhnlich klingen, erklärt sich aber, wenn man weiß, dass die 33-Jährige zum Gründungsteam der COErocks-Bewegung gehört. Da kann man eben nicht aus seiner Haut. „Wir haben abends mit meiner ganzen Familie Steine bemalt. Manche sind nicht so gut geworden, da haben wir sehr gelacht.“ Zum Verstecken sind sie aber nicht mehr gekommen, also haben sie die kleinen Kunstwerke einfach mit nach Hause genommen. „Sie sind mit vielen schönen Erinnerungen verbunden, aber wir werden sie natürlich trotzdem verstecken.“

Sonntag, 12.01.2020, 16:46 Uhr
COErocks-Trend auch weiterhin in Bewegung: Wenn Steine Erinnerungen schaffen
Foto: Jessica Demmer

Mehr als drei Monate ist es jetzt her, dass sich die Facebook-Gruppe COErocks gegründet hat. „Wir stehen jetzt bei etwas über 300 Mitgliedern und es werden immer mehr“, freut sich Fruzsina Gebrine Vig. Zusammen mit der Daruperin Sarah Sanchez betreut sie die Gruppe. Im Kern geht es bei der Bewegung darum, mit bunt bemalten Steinen, die man überall im Stadtgebiet versteckt, den Findern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Die Motive sind immer noch ganz unterschiedlich. Neue Ideen holen wir uns persönlich auch gerne im Internet.“ Kein Wunder, hat die Familie doch nach eigener, vorsichtiger Schätzung schon weit mehr als 100 Steine bemalt. Auch beruflich hat Fruzsina Gebrine Vig den einen oder anderen Stein gestaltet. „Zusammen mit den Kindern in der OGS, in der ich arbeite, haben wir auch schon Steine bei einem Spaziergang versteckt.“

Eine Idee, die verbindet und schöne Erlebnisse schafft. „Es wurde zum Beispiel ein Stein vor einer Letteraner Kita gefunden. Der wurde dann bei uns in der Facebook-Gruppe gepostet, zusammen mit dem Hinweis, dass dieses Fundstück jetzt als Erzählstein genutzt wird“, berichtet die 33-Jährige. „Wir selbst waren auch schon in Osterwick und haben Exemplare auf einem Spielplatz versteckt. Es hat nicht lange gedauert bis sie gefunden wurden.“

Könnte diese Bewegung jetzt im Winter, mit seinem nasskalten Wetter, nicht auch etwas abflachen? „Vielleicht haben wir ja Glück und der eine oder andere geht genau deshalb vor die Tür“, hofft sie auf eine extra Portion Motivation in den kommenden Wochen.

Ein Ende ist auf jeden Fall nicht in Sicht. „Wenn die Freundinnen meiner Tochter zu Besuch kommen, endet es meistens damit, dass alle am Tisch sitzen und malen“, lacht sie. Aus Ungarn hat die Familie noch rund 30 unbemalte Steine mitgebracht. „Wir denken schon über das nächste Motiv nach. Jetzt kommt ja bald der Karneval. Vielleicht einen Berliner?“, überlegt sie mit einem Schmunzeln. 30 Steine sind nicht viel. „Die reichen jetzt vielleicht noch so gerade bis März.“

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