39-Jährige zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt
Falsche Verdächtigung war Retour-Kutsche

Coesfeld. Eine Geldstrafe von 500 Euro muss eine 38-jährige Coesfelderin zahlen, weil sie ihre 33-jährige Freundin zu Unrecht verdächtigt und bei der Polizei angezeigt hat. Dieses Urteil fällte der Richter am Dienstag am Amtsgericht.

Mittwoch, 15.01.2020, 06:42 Uhr

Die Angeklagte hatte behauptet, dass ihre Freundin alle drei Tage an einer Bushaltestelle Betäubungsmittel erwerbe und verkaufe. Mit der Anzeige bei der Polizei habe sie sich bei ihrer Freundin für Drohungen rächen wollen, die diese ihr per SMS geschickt habe. In der Folge durchsuchte die Polizei die Wohnung der 33-Jährigen – ohne Ergebnis. Die Angeklagte ging später nochmal zur Polizei, um aufzuklären, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe. Auch die 33-Jährige, die in den Zeugenstand berufen worden war, sagte, dass sie niemals solche Mitteilungen an ihre Freundin geschrieben und sich inzwischen wieder mit dieser ausgesöhnt habe. „So nach dem Motto: Man schlägt sich und verträgt sich“, kommentierte der Richter.

Die Angeklagte, die Sozialhilfe bekommt und aktuell Sozialstunden leistet, steht unter laufender Bewährung. Sie war nämlich im Vorfeld zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden, weil sie Betäubungsmittel an Minderjährige abgegeben hatte. Auch stand sie schon mal wegen Bedrohung vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hat nun im aktuellen Fall eine Geldstrafe von 600 Euro gefordert, weil die Beschuldigte bereits vorbelastet sei und durch ihre falsche Verdächtigung und unberechtigte Anzeige „die gesamte Maschinerie in Gang gesetzt“ habe. Die Angeklagte solle spüren, dass man nicht leichtfertig und grundlos einen anderen Menschen einer Straftat bezichtigen dürfe. Im Übrigen sei eine Wohnungsdurchsuchung, wie die Zeugin sie über sich ergehen lassen musste, eine „einschneidende Maßnahme“. Wie die Bewährungshelferin der Angeklagten mitteilte, habe die 39-Jährige, die an einer depressiven Störung, emotionaler Instabilität, Angstzuständen und am Borderline-Syndrom leide, zugestimmt, künftig betreutes Wohnen in Anspruch zu nehmen.

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