Bürgermeister-Kandidat Gerrit Tranel führt auch Reserveliste an – nur eine Frau unter Wahlkreis-Bewerbern
CDU verordnet sich Verjüngungskur

Coesfeld. Die Coesfelder CDU setzt auf Erneuerung. „Wir werden moderner und zeitgemäßer“, hebt Stadtverbandsvorsitzender Wilhelm Korth bei der Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl im Gasthaus „Zum Coesfelder Berg“ hervor. Ein starkes Signal dafür: Von den 19 Wahlbezirken werden neun, also fast die Hälfte, neu besetzt. „Hoch verdiente Leute scheiden aus“, so Korth. Zu den am längsten amtierenden Ratsmitgliedern, die aufhören, gehören auch die „Urgesteine“ Norbert Hagemann (nach 21 Jahren) und Norbert Frieling (nach 30 Jahren).

Freitag, 07.02.2020, 15:48 Uhr
Bürgermeister-Kandidat Gerrit Tranel führt auch Reserveliste an – nur eine Frau unter Wahlkreis-Bewerbern: CDU verordnet sich Verjüngungskur
Mit großem Optimismus ziehen Vorstand und Kandidaten der CDU in den Wahlkampf. Bürgermeister-Kandidat Gerrit Tranel (vordere Reihe 4. v. l.) führt das Team an, dem mit Ulrike Fascher (rechts neben ihm) als Wahlkreis-Kandidatin nur eine Frau angehört. Weitere Frauen kandidieren als Ersatzbewerber beziehungsweise für hintere Listenplätze. Fotos: ds Foto: az

Vor dem Wahlmarathon können die 86 anwesenden Mitglieder die Kandidaten und ihre Motivation kennenlernen. „Nazis sitzen wieder im Reichstag“, nennt Christoph Fels (47) einen Grund, warum er politisch aktiv werden will. „Ich gehe auch mal ein bisschen quer“, bewirbt sich Thomas Michels und verweist auf seinen Einsatz dafür, dass das Dita-von-Teese-Portrait von Arianna Sanna doch noch öffentlich gezeigt werden konnte. Als Ulrike Fascher, die auch derzeit schon im Rat sitzt, an der Reihe ist, raunt es „Die einzige Frau!“ im Saal. „Sie ist unser soziales Gewissen“, unterstreicht Korth. Hannelore Leimkühler-Bauland, die selbst nicht kandidiert, legt den Finger in die Wunde: „Es hat noch nie so wenige Frauen auf dieser Liste gegeben wie in diesem Jahr.“ Alle anderen Parteien legten auch großen Wert darauf, dass Frauen auf die Liste kommen, argumentiert sie. „Das ist ja auch unsere Meinung“, reagiert Korth auf die Kritik. „Aber wir können sie nicht zwingen.“ Er gehe davon aus, dass künftig zwei CDU-Frauen im Rat vertreten sein werden: JU-Vertreterin Carolin Rulle tritt als direkte Vertreterin im Wahlkreis von Gerrit Tranel an. Wenn der Bürgermeister werde, ziehe sie in den Rat ein. Tranel betonte, dass es in der Coesfelder CDU in der zweiten Reihe schon viele interessierte Frauen gebe, die als sachkundige Bürgerinnen in die Ausschussarbeit eingebunden werden sollen: „Das sind potenzielle Kandidatinnen für die nächste Wahlperiode.“

Tranel selbst führt auch die Reserveliste der Partei an. Als Netz – falls es mit der Bürgermeister-Kandidatur doch nicht klappt? Nein, winkt er auf AZ-Anfrage ab. Er wolle den Schwung seiner Bürgermeisterkandidatur nutzen, um seinen Wahlkreis wieder für die CDU zu holen.

Mit 35 zu 34 Stimmen lehnt die Versammlung einen Antrag von Norbert Frieling auf Änderung der vom Vorstand vorgeschlagenen Liste ab. Er wollte den mit 23 Jahren jüngsten Kandidaten Simon Watermann statt auf Platz 12 auf Platz 5 absichern lassen.

Alle Kandidaten für den Stadtrat werden mit großer Mehrheit gewählt. Die besten Ergebnisse erzielen die Wahlkreis-Kandidaten Bernhard Kestermann und Dr. Heiner Kleinschneider (Lette) mit jeweils 85 Ja-Stimmen. Gerrit Tranel kommt auf 81 – bei einer Nein-Stimme.

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