Kurzwarengeschäft und Stadt einigen sich auf befristete Ausnahmegenehmigung
Zukunft der Stoffzentrale gesichert

Coesfeld. Heute wäre für ihn die absolute Deadline gewesen. „Hätte es bis Mittwoch keine Entscheidung über die Zukunft der Stoffzentrale gegeben, wäre ich mit der Filiale nach Ahaus gegangen“, betont Geschäftsführer Klemens Niehoff, dass er sechs Wochen vor dem Auszug aus dem „Weißen Riesen“ nun Planungssicherheit brauchte. Kurz vor Toresschluss am Dienstagnachmittag kam dann die Nachricht, die vor allem die über 2000 Unterstützer des Kurzwarengeschäfts freuen dürfte: Stoffzentrale und Stadt haben sich auf eine befristete Ausnahmegenehmigung geeinigt.

Mittwoch, 12.02.2020, 05:58 Uhr
Kurzwarengeschäft und Stadt einigen sich auf befristete Ausnahmegenehmigung: Zukunft der Stoffzentrale gesichert
Der Räumungsverkauf ist schon gestartet. Die Stoffzentrale muss bis Ende März den „Weißen Riesen“ an der Süringstraße verlassen haben und darf – befristet auf drei Jahre – nun an die Dülmener Straße. Foto: Florian Schütte

Die Übergangslösung sieht Folgendes vor: Für drei Jahre geht die Stoffzentrale an die Dülmener Straße. Innerhalb von zwei Jahren soll das ehemalige Hageböck-Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das dritte Jahr stellt einen zeitlichen Puffer für Klemens Niehoff dar, der nach Ablauf der Ausnahmegenehmigung wieder in die neuen Räumlichkeiten an der Süringstraße zurückkehren will. Mit dem neuen Eigentümer stehe Niehoff schon in Kontakt, was auch eine Bedingung seitens der Stadtverwaltung gewesen sei. Doch „die Gespräche waren sehr gut“, lässt Niehoff ausrichten. In Zukunft schließt der Geschäftsführer auch eine kleine Sortimentserweiterung nicht aus. Zudem können die Nähkurse weiterhin stattfinden. Sogar über die künftigen Mietpreise im neuen Gebäude an der Süringstraße sei bereits gesprochen worden. Diese lägen auf ähnlichem Niveau wie in den alten Räumen.

Auch Stadtbaurat Thomas Backes ist zufrieden. „Wir haben aus dem Bebauungsplan heraus den Auftrag, die Innenstadt zu schützen“, erklärt Backes. Wenn die Alternative ein kompletter Weggang der Stoffzentrale aus Coesfeld sei, „ist es das Beste für die Innenstadt, ein Ausweichquartier für eine befristete Nutzung zu genehmigen“, sagt der Erste Beigeordnete.

Nachdem die Verhandlungen zwischen Stadt und Stoffzentrale schon ins Stocken geraten waren, freut die Kompromisslösung Thomas Michels und Gerrit Tranel (beide CDU) umso mehr. Sie hatten sich nach eigenen Angaben dieses Problems angenommen und zwischen den Parteien vermittelt. „Es ist alles in trockenen Tüchern und Herr Niehoff hat nun Planungssicherheit“, sagt Tranel beim Redaktionsgespräch. „Der Knoten ist durchschlagen worden“, ergänzt Michels. Tranel hofft nun, dass eine Aussetzung der „Coesfelder Liste“, die die Innenstadtrelevanz von Sortimenten regelt, im heutigen Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen kein Thema mehr ist. Die Fraktion Aktiv für Coesfeld hatte dazu einen Antrag gestellt. „Die Liste muss dringend überarbeitet werden, aber sie komplett auszusetzen, halte ich für falsch“, so Tranel.

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