Hotel zur Mühle und Valkenhof: Ein Ende des Leerstands rückt in Sichtweite
IBP schwebt ein Inklusions-Hotel vor

Coesfeld. Es tut sich was rund um das Hotel zur Mühle und den benachbarten Valkenhof, zwei besondere Gebäude in Coesfelds Altstadt, die beide seit geraumer Zeit leer stehen. Dem Vernehmen nach soll die Stadt Coesfeld als Eigentümerin des Hotels mindestens zwei ernsthafte Kaufinteressenten für die Immobilie zwischen Mühlenstraße und Burgring haben. Gehandelt werden die Namen Helmut Schumacher, Geschäftsführer der Hupfer Metallwerke, und der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP). IBP-Geschäftsführer Martin Althoff bestätigte gestern auf Anfrage der AZ, dass der Verein schon vor mehr als zwei Jahren Interesse an dem Objekt angemeldet habe, mit dem Ziel, dort entweder Wohnen oder ein Inklusions-Hotel zu verwirklichen. Wider Erwarten griff die Verwaltung nicht sofort zu, sondern hielt laut Althoff den IBP hin mit der Begründung, man wolle ein Verfahren in Gang setzen, um Interessen auszuloten. Althoff: „Seltsamerweise wurden wir in dieses Verfahren nicht eingebunden.“ Weil sich das Prozedere so lange hinzog, habe der IBP sechs geförderte Arbeitsplätze, die ihm für das Projekt „Hotel zur Mühle“ schon sicher waren, zurückgeben müssen. Warum der IBP hingehalten wird, darüber kann Althoff nur spekulieren: „Eine Vermutung ist, dass man uns und unsere Zielgruppe nicht will.“ Ungeachtet dessen habe der Verein nach wie vor Interesse, das Hotel zu kaufen. Helmut Schumacher gab keine Stellungnahme zum Thema ab.

Samstag, 15.02.2020, 16:08 Uhr
Hotel zur Mühle und Valkenhof: Ein Ende des Leerstands rückt in Sichtweite: IBP schwebt ein Inklusions-Hotel vor
Das Hotel zur Mühle (r.) und der Valkenhof, links im Bild das historische Bürgerhaus, stehen seit geraumer Zeit leer. Für das Hotel gibt es mindestens zwei ernsthafte Kaufinteressenten, der Valkenhof soll bereits verkauft sein. Foto: Christine Tibroni

Wer auch immer den Zuschlag erhält, wird das Objekt weit unter dem Preis erwerben, den die Stadt im Jahr 2016 gezahlt hat. Wie unsere Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, soll das Hotel für rund 500 000 Euro den Besitzer wechseln. Die Stadt soll seinerzeit rund 1 Mio. Euro auf den Tisch gelegt haben. Beigeordneter Thomas Backes (Stadt) wollte nicht auf Details eingehen. Er verwies darauf, dass Grundstücksverkäufe nichtöffentlich seien. Weichenstellungen für den Verkauf werde die Politik nächste Woche im Hauptausschuss und anschließend im Rat (27. 2.), jeweils im geschlossenen Teil, vornehmen.

Der Valkenhof, der sich in Privatbesitz befand, soll bereits verkauft sein. Als Käufer macht auch hier der Name Helmut Schumacher die Runde. Den Gerüchten zufolge soll er die Immobilie für seine Tochter erworben haben, die aus der Gastronomie kommt. Caroline Schumacher hat bei Freiberger eine Ausbildung zur Köchin absolviert. Helmut Schumacher ließ mehrere Anfragen zum Thema unbeantwortet.

Über die Zukunft beider Immobilien kann nur spekuliert werden. Naheliegendes Szenario für den Valkenhof: Dort wird wieder ein gastronomischer Betrieb einziehen. In diesem Fall wäre eine wie auch immer gelagerte Kopplung mit dem reaktivierten Hotel attraktiv.

Nach AZ-Informationen gab es zwischenzeitlich Überlegungen, das Hotel zu einem Hospiz umzubauen, diese haben sich jedoch zerschlagen. | Kommentar

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7262336?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker