Mehr Hochwasserschutz für die Klosterstraße
Stadt baut Rinnen statt Bäume zu fällen

Coesfeld. Das Starkregenereignis vom 25. Juli 2018 steckt den Anliegern der Klosterstraße immer noch in den Knochen. Keller standen unter Wasser, teils drang es bis in die Parterre-Wohnungen ein – ein Haus war sogar dreieinhalb Monate nicht bewohnbar. Der Schaden ging in die Hunderttausende – nicht alles übernahmen die Versicherungen. Darum kämpfen die Anlieger schon seit Längerem für einen besseren Hochwasserschutz. Sie schufen auf den eigenen Grundstücken Versickerungsflächen. Die Stadt hat, um Wasser, das wegen des Gefälles von der Hengtestraße herunterkommt, zurückzuhalten, die Pflasterung im Einmündungsbereich zur Klosterstraße um 10 cm erhöht. Da an dem Unglückstag Wasser auch wegen verstopfter Ablauf-Gullis nicht abfließen konnte, werden diese von ihr häufiger gereinigt. Diese Maßnahmen reichen nach Einschätzung der Anlieger jedoch nicht aus. Sie beobachteten bei einem mittleren Regenereignis im Juli 2019 schon wieder, dass sich trotz Reinigung der Gullis 14 Tage vorher Wasser staute. Daher beantragten sie nun die Fällung von vier Linden im Kreuzungsbereich Hengte-/Klosterstraße, deren Äste und Blätter sie als Hauptursache für die Verstopfung ansehen.

Sonntag, 16.02.2020, 10:32 Uhr
Mehr Hochwasserschutz für die Klosterstraße: Stadt baut Rinnen statt Bäume zu fällen
Die Ablauf-Gullis sind immer wieder durch Unrat, herabfallende Blätter und Äste verstopft. Foto: az

Der Planungsausschuss, bei dem der Antrag auf der Tagesordnung landete, ist dem jetzt nicht gefolgt, sondern setzt stattdessen auf Vorschlag der Verwaltung auf eine bauliche Lösung, mit der bereits an der Süringstraße gute Erfahrungen gemacht wurden: Zwei 60 cm breite Schwerlastrinnen sollen auf der gesamten Breite der Klosterstraße eingebaut und an den Kanal angeschlossen werden. Das Fällen von vier Bäumen würde dagegen nicht viel bringen, hatte Fachbereichsleiter Uwe Dickmanns zuvor erläutert. „Das Straßengrün sollten wir erhalten“, meinte Gerrit Tranel von der CDU. Dem schlossen sich auch die anderen Fraktionen an. Alle hoben aber auch hervor, dass man die berechtigten Anlieger-Interessen im Blick behalten müsse. „So ein großer Schaden sollte nicht wieder eintreten können“, sagte Erich Prinz (Grüne). „Die Zeit wird zeigen, ob die Rinnen reichen“, betonte Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld/Familie). Thomas Stallmeyer (SPD) appellierte an alle Bürger – nicht nur in diesem Bereich, vor der eigenen Haustür mit darauf zu achten, dass Straßenabflüsse freigehalten werden.

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