Planungsausschuss der Stadt richtet Arbeitsgruppe zur Nachverdichtung ein
Weil Anlieger immer öfter auf die Barrikaden gehen

Coesfeld. Bei Bauprojekten zur sogenannten Nachverdichtung kommt es insbesondere in bestehenden Wohngebieten immer wieder zu Ärger (wir berichteten). Im Planungsausschuss nannte Erich Prinz (Grüne) nun den Akazienweg, die Borkener Straße und die Lange Stiege als Beispiele dafür, dass Anlieger immer öfter auf die Barrikaden gehen – insbesondere weil sie geplante Mehrfamilienhäuser in ihrer Nachbarschaft für zu überdimensioniert halten. „Es wird dringend Zeit, das Thema konkret zu besprechen und Lösungen zu erarbeiten“, hob er hervor. Gemeinsam mit SPD, Pro Coesfeld und Aktiv für Coesfeld/Familie stellten die Grünen daher den Antrag, dass der Stadtrat eine Arbeitsgruppe bilden soll, die sich zunächst nichtöffentlich mit dem Thema beschäftigt. „Auch wir sehen da Gesprächsbedarf“, schloss sich Gerrit Tranel für die CDU dem Antrag an, der schließlich einstimmig beschlossen wurde.

Mittwoch, 19.02.2020, 06:02 Uhr
Planungsausschuss der Stadt richtet Arbeitsgruppe zur Nachverdichtung ein: Weil Anlieger immer öfter auf die Barrikaden gehen
Auf der bisherigen Freifläche an der Ecke Am Wietkamp/Akazienweg soll eine dreigeschossige Wohnanlage entstehen. Anwohner hatten sich über den geplanten „massiven Baukörper“ beschwert, einige Kritikpunkte wurden daraufhin berücksichtigt. Zeichnung: Brüning + Hart Foto: az

Schon ganz direkt helfen wollte Pro Coesfeld den Anliegern, in dem die Stadt sie vorab grundsätzlich über Bauvorhaben nach § 34 Baugesetzbuch informiert. „In anderen Verwaltungen – da ist das möglich“, argumentierte Hans-Theo Büker. „Warum nicht in Coesfeld?“ Beigeordneter Thomas Backes verwies darauf, dass dieses Thema gesetzlich klar geregelt sei: „Vor der Entscheidung darf ich nicht informieren.“ Und nachher auch nur, wenn nachbarrechtliche Belange berührt sind. So habe man den Anliegern am Gerlever Weg, wo es um den Bau einer neuen Kita geht, die Unterlagen zur Verfügung gestellt. „Der Antrag trifft das Problem gar nicht“, meinte Gerrit Tranel (CDU) zum Vorstoß von Pro Coesfeld. Als Beleg führte er das Bauvorhaben auf dem ehemaligen Bense-Gelände an der Borkener Straße an: Anlieger hätten nur informiert werden dürfen, wenn nachbarrechtliche Belange berührt werden: „Aber da stimmen die Abstandsflächen.“ Die Politiker verständigten sich darauf, dass auch das Thema Anliegerinformation zunächst in der neuen Arbeitsgruppe besprochen werden soll. Pro Coesfeld zog den Antrag wieder zurück.

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