CDU-Basis in Coesfeld zur Vorsitzenden-Frage
Viel Zustimmung für Duo Laschet/Spahn

Coesfeld. An der CDU-Basis in Coesfeld scheint es viel Zustimmung für das Gespann Laschet/Spahn für die Neubesetzung der Parteispitze zu geben. Das ergab eine nicht repräsentative Blitz-Umfrage unserer Zeitung unter führenden Christdemokraten. „Sie greifen zwei Lager ab, Laschet das liberale und Spahn das konservative“, hält Norbert Frieling, Vorsitzender des Bauausschusses des Stadtrates, das gemeinsame Antreten für einen geschickten Schachzug. „Ich halte eine Menge von der Teamlösung“, schlägt CDU-Stadtverbandsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Willi Korth auf Nachfrage der AZ in die gleiche Kerbe. Laschet habe es „mit Maß und Mitte“ geschafft, die Partei in NRW zu einen und eine Wahl gegen eine amtierende Ministerpräsidentin zu gewinnen. Auch im Bund, ist er überzeugt, könne er erfolgreich wirken. „Er hat gezeigt, dass er integrieren kann.“ Und mit ihm könne es gelingen, die CDU aus der Krise zu führen und an die Grünen beziehungsweise die AfD verloren gegangene Wähler zurückzugewinnen.

Mittwoch, 26.02.2020, 05:22 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 05:42 Uhr
CDU-Basis in Coesfeld zur Vorsitzenden-Frage: Viel Zustimmung für Duo Laschet/Spahn
Bei den Coesfelder Christdemokraten gibt es viel Zuspruch für ein Führungsduo aus Jens Spahn (l.), Gesundheitsminister, und Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Als Laschet-Mann outet sich auch Norbert Hagemann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Chef des Sozialausschusses im Stadtrat. „Für mich ist er als Mann der Mitte der Richtige.“ Er habe das Zeug, die Parteiflügel zu integrieren.

Die Integrationskraft von Laschet hebt auch Tobias Musholt, Vorsitzender des städtischen Kulturausschusses, hervor: „Er wäre sicherlich ein guter Vorsitzender.“ Er sei „ganz zuversichtlich“, dass er die CDU wieder zurück in die Erfolgsspur bringen könnte.

Dass Laschet und Spahn strategisch gesehen „ein gutes Team“ seien, findet auch Richard Bolwerk, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Allerdings sehe er niemanden in seiner Partei, der die Nachfolge als Ministerpräsident in NRW antreten könnte. Vor diesem Hintergrund sei er „eher für Norbert Röttgen“ als Bundesvorsitzenden. Röttgen sei außenpolitisch brillant „mit genügend Distanz zu Russland, Türkei und China“, lobt er.

Ratsmitglied Ulrike Fascher hat „einen Favoriten“ für das Vorsitzendenamt – will sich dazu aber nicht öffentlich äußern. Sie findet, dass jeder der Kandidaten „auf seine Art Format“ habe. Schade fände sie, „wenn uns Herr Laschet für NRW verloren gehen würde“. Wichtig sei aus ihrer Sicht, dass die Personalfrage jetzt schnell geklärt werde: „Es darf keine Hängepartie geben.“

Für eine schnelle Klärung der Personal-Situation spricht sich auch stellvertretender Bürgermeister Gerrit Tranel aus. Er selbst ist noch unentschieden, wen er für den Besten hält. „Da sollte man noch mal drüber schlafen“, sagt er. Grundsätzlich sei es erst einmal positiv, „dass wir mehrere Kandidaten haben“. Das Rennen sei offen. Am Tandem Laschet/Spahn gefällt ihm, dass sie zeigen, wie man das gemeinschaftlich angehen kann. Er wolle sich in den nächsten Tagen aber noch mal genau anschauen, wie die einzelnen Kandidaten die Krise der CDU bewältigen wollen. Ihm persönlich ist wichtig, dass sich die CDU weiter klar gegen die politischen Ränder rechts und links abgrenzt.

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