Ratsbeschluss: Beschicker bleiben am Samstag in der Fußgängerzone
Händler wollen Märkte aus einer Hand

Coesfeld. Eine energische Diskussion hat es in der Ratssitzung am Donnerstagabend noch einmal um die von Pro Coesfeld beantragte Verlegung des Samstagsmarktes auf den Marktplatz gegeben – jedoch weniger um Inhalte als vielmehr um die Entscheidungsfindung. Letztlich folgte der Rat der Abstimmung aus dem Haupt- und Finanzausschuss und lehnte den Antrag bei sieben Ja- zu 30 Nein-Stimmen ab.

Sonntag, 01.03.2020, 11:08 Uhr
Ratsbeschluss: Beschicker bleiben am Samstag in der Fußgängerzone: Händler wollen Märkte aus einer Hand
Der Samstagsmarkt bleibt in der Innenstadt und wird nicht – wie von Pro Coesfeld beantragt – auf den Marktplatz verlegt. Das hat der Rat der Stadt Coesfeld nun in seiner jüngsten Sitzung final entschieden. Foto: Archiv

Den Gegenwind der anderen Fraktionen bekam Günter Hallay (Pro Coesfeld) bereits zu spüren, als er das Thema noch einmal auf den Tisch brachte und deutlich machte, „mit Prüfaufträgen die Verwaltung zu beauftragen und nicht die einzelnen Fraktionen“. Denn wie sich bereits im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) gezeigt hatte, hatten die Fraktionen die Initiative ergriffen und ihrerseits die sechs Marktbeschicker gefragt, was sie sich wünschen.

„Sie sollten den Antrag zurückziehen, wenn Sie verstanden hätten, was der Haupt- und Finanzausschuss dazu gesagt hat“, zeigte sich Richard Bolwerk (CDU) ungehalten. Erich Prinz (Grüne) war ebenfalls der Meinung, dass kein Prüfauftrag an die Verwaltung erfolgen müsse. „Die sechs Markthändler beleben die Innenstadt und hätten auf dem Marktplatz keine Laufkundschaft. Außerdem müssten sie bei Events auf dem Marktplatz wieder weichen“, gab der Fraktionsvorsitzende der Grünen zu bedenken.

Auch Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld) hatte Gespräche mit den Marktbeschickern geführt. Aus diesen habe er herausgehört, dass für den Dienstags- und Freitagsmarkt die Stadt verantwortlich zeichne, für den Samstagsmarkt jedoch der Stadtmarketing Verein. „Die Händler sähen gerne alle Märkte aus einer Hand“, sagte Goerke – nämlich aus der der Stadt.

Ralf Nielsen (SPD) unterbrach die Diskussion und fragte, warum man nach der ausführlichen Behandlung in der HFA-Sitzung „jeden Antrag mehrfach diskutieren muss“ – und erntete dafür viel Beifall.

Das sah Günter Hallay (Pro Coesfeld) anders: Nach der Beratung in den Ausschüssen würde sich oft noch neue Erkenntnisse ergeben, die die Fraktionen nochmals beraten würden. „Und die sollten dann auch im Rat diskutiert werden“, fand Hallay. Auch sein Fraktionskollege Robert Böyer verstand „die Aufregung nicht.“ Man könne doch seriös darüber diskutieren, meinte Böyer und kam dann zur Sache zurück: So könne man den Samstagsmarkt auch mal „aus Sicht der Käufer sehen“, die auf dem Marktplatz ein „zentriertes Angebot“ hätten. Und schließlich sei ein „Marktplatz auch dazu da, den Markt auszutragen“, so Böyer. Die anderen Fraktionen überzeugte dies jedoch am Ende nicht.

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