Umflut wird nur im Notfall entlastet
Berkel nur bei „30-jährigem Hochwasser“ fluten

Coesfeld. Das Hochwasser der vergangenen Woche hatte den Pegelstand der Umflut stark anschwellen lassen – und gleichsam den Diskussionsbedarf zu diesem Thema in der jüngsten Ratssitzung. Doch eine Entlastung der Umflut komme nur bei „einem 30-jährigen Hochwasser“ infrage, wie Stadtbaurat Thomas Backes auf eine Anfrage von Wolfgang Kraska (FDP) erklärte.

Montag, 02.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 06:03 Uhr
Umflut wird nur im Notfall entlastet: Berkel nur bei „30-jährigem Hochwasser“ fluten
Momentan sind nur wenige der Betonplatten zum Überqueren der Innenstadt-Berkel im Schlosspark überflutet. Sofern es kein „30-jähriges Hochwasser“ gebe, werde das Wasser der Umflut auch nicht zu deren Entlastung über die Innenstadt abgeleitet. Foto: Florian Schütte

„Die Umflut ist voll, die Keller sind auch schon voll – ist es da nicht angebracht, jetzt die Innenstadt-Berkel zu Entlastung der Umflut zu nutzen“, fragte Kraska und drängte, schnellstens etwas zu veranlassen.

Zuvor hatte bereits Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld) angefragt, wer den Zustand der Böschung kontrolliere. Ihm sei aufgefallen, dass die Flut bereits einige Baumwurzeln freigelegt habe und die Bäume in die Umflut zu stürzen drohten. Wenn es sich um einen Baum direkt am Gewässer handele, sei der Bauhof zuständig. Ansonsten behalte aber auch das Abwasserwerk die Lage im Blick, erklärte Backes.

Dass höhere Wasserstände die Mauern übertreten, sei im Übrigen so geplant, meinte Backes. „Bei einem Wasserstand von etwas mehr als Mittelwasser, darf es über die Mauern treten“, so der Erste Beigeordnete. Dennoch gab er zu, dass es tatsächlich kürzlich „auf Kante war“, wie bereits Abwasserwerksleiter Rolf Hackling gegenüber der AZ erläutert hatte, und man bei einem höheren Wasserstand hätte tätig werden müssen.

Bei einem historisch hohen Wasserstand würde das Wasser tatsächlich zur Entlastung der Umflut über die Innenstadt-Berkel abgeleitet werden. Dies hätte allerdings Sperrungen – unter anderem im Schlosspark – zur Folge. Eine solche Entlastung „würde dann automatisch über die Wehranlage am Walkenbrückentor passieren“, erklärte Backes.

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