Stadtwerke investieren 4,3 Millionen Euro in das Wasserwerk Lette
Technik-Wechsel im laufenden Betrieb

Lette. Ganz so viel zu sehen ist gar nicht von den 4,3 Millionen Euro, die die Stadtwerke Coesfeld kürzlich in das Wasserwerk Lette investiert haben. „Das meiste liegt unter der Erde“, lächelte Projektleiter Hubert Meinker, der die Umbaumaßnahme gestern Vertretern der Landwirtschaft, die sich an einer Kooperation zum Schutz des Trinkwassers beteiligen, vorstellte. Vor allem neue Rohwasserleitungen wurden verlegt, aber auch Brunnen neu gebaut und die elektronische Steuerung auf den neuesten Stand gebracht. Ziel sei es gewesen, die Trinkwasserqualität weiter zu optimieren und die Betriebssicherheit zu erhöhen, unterstrich er. Und es geht nun noch weiter – oberirdisch: In diesem Jahr sollen noch das Dach und die Fensterfronten des Wasserwerks an der Bruchstraße erneuert werden.

Donnerstag, 05.03.2020, 06:00 Uhr
Stadtwerke investieren 4,3 Millionen Euro in das Wasserwerk Lette: Technik-Wechsel im laufenden Betrieb
Vertreter der Landwirtschaft, die sich an der Kooperation zum Schutz des Trinkwassers beteiligen, besichtigten gestern das runderneuerte Wasserwerk in Lette. Foto: Detlef Scherle

Die Umbauarbeiten wurden im laufenden Betrieb durchgeführt, so dass die Wasserabnehmer davon gar nichts mitbekamen. „Das war schon eine Herausforderung“, berichtete Stadtwerke-Mitarbeiter Georg Wissen bei einer Führung. „Wir waren nie länger als 48 Stunden raus“, erklärte er. Und in der Zeit pufferten Speicher den Bedarf ab.

Herausragend ist die Qualität des in Lette geförderten Wassers. „Die Nitratwerte liegen deutlich unter dem vorgeschriebenen Grenzwert von 50mg/Liter“, hob Geologe Dr. Rolf Kluge vom unabhängigen Institut Aquanta Hydrologie (Nottuln) hervor, der die Stadtwerke schon seit Jahren begleitet. In Lette sind es im Mittel zwischen 3 und 20mg/Liter. Das liegt auch an der erfolgreichen Kooperation mit der Landwirtschaft, betonte Peter Wessels, Bereichsleiter bei den Stadtwerken für Technik und Netze. Der Grundgedanke: Die Landwirte reduzieren durch verschiedene innovative Maßnahmen ihren Düngemitteleintrag und bekommen dafür von dem Versorger Entschädigungen – bis zu 140 000 Euro im Jahr. Marianne Lammers, Leiterin der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer und Verantwortliche für die Kooperation, sieht darin eine Win-Win-Situation: Das Wasser bleibt rein. Die Landwirtschaft bleibt leistungsfähig. Dass es funktioniert, wird kontinuierlich überwacht. So wurden im Laufe der Jahre zusätzliche Messstellen installiert, berichtete Kluge. Und jetzt blicken die Beteiligten nach vorn: Immer wieder sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse die Ergebnisse verbessern helfen. „Ich freue mich über unseren gemeinsamen Erfolg“, so Landwirt Johannes Peter.

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