Bildungsfrühstück der IG BCE im Kolpinghaus zum Thema „Klima contra Industrie“
Energiewende nur gemeinsam zu stemmen

Coesfeld (fs). Eines stand beim Bildungsfrühstück der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie am Samstagmoren im Kolpinghaus ziemlich schnell fest: Einen Königsweg zur Energiewende gibt es nicht. Trotzdem – und da waren sich am Ende auch die Landratskandidaten, Amtsinhaber Dr. Christian Schulze Pellengahr (CDU) und Hermann-Josef Vogt (SPD) sowie die Bürgermeisterkandidaten Eliza Diekmann (parteilos) und Gerrit Tranel (CDU) einig: Nur gemeinsam ist die Energiewende letztlich zu stemmen.

Montag, 09.03.2020, 05:42 Uhr
Bildungsfrühstück der IG BCE im Kolpinghaus zum Thema „Klima contra Industrie“: Energiewende nur gemeinsam zu stemmen
Die Energiewende kommt mit der Abschaltung der Atom- und Kohlekraftwerke. Doch effektiv kann sie nur gestemmt werden, wenn jeder seinen Teil dazu beisteuert. Darin waren sich auch alle Gäste des Bildungsfrühstücks der IG BCE einig. Foto: Pixabay

Moderator Rüdiger Nowakowski erklärte den rund 30 Teilnehmern in der Diskussion „Klima contra Industrie“, dass bei regenerativen Energien „nicht die Menge das Problem ist, sondern die Volatilität“. Das bestätigte Oliver Keßler, Geschäftsführer des Bürgerwindparks Flamschen, und forderte alle auf, „gemeinsam Lösungen zu überlegen“. So wie „Power to Gas“, wobei Strom zu Spitzenzeiten in Gas umgewandelt und gespeichert wird. „Das hätte vor Jahren schon umgesetzt werden müssen“, bedauerte Vogt. Ein Zuhörer regte an, die Windräder oben auch mit Solarplatten auszustatten, „um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“.

Eliza Diekmann betonte, dass es nicht „Klima contra Industrie“ heißen dürfe. „Klima soll die Industrie befeuern und umgekehrt.“ Auch Landrat Schulze Pellengahr stimmte darin überein, die Energiewende „ausgewogen hinzubekommen“. Dazu müsse man jedoch „Anreize richtig setzen“, fand Tranel. Nowakowski mahnte jedoch, aufzupassen, „dass wir uns nicht von der Realität entfernen“. Aus Diekmanns Sicht stagniere die Energiewende zurzeit: „Die perfekte Antwort ist nicht da, deswegen machen wir nichts.“ Vogt betonte, dass man „den gesellschaftlichen Spagat gehen müsse zwischen der Tatsache, „dass jedes Individuum zu seinem Recht kommen muss und der Direktive von oben“.

Nowakowski erklärte den Zuhörer auch den „Rebound-Effekt“ – wenn zum Beispiel die Produktion eines Elektroautos die Energieersparnis wieder auffrisst. Und genau darin liege auch für Diekmann ein großes Verunsicherungspotenzial. „Jedem ist bewusst, dass er was tun muss, aber jeder fühlt sich schlecht, wenn er eine Avocado kauft oder sich den Traum von der Karibik-Reise erfüllt. Wir müssen aufhören, uns ständig gegenseitig zu beobachten und zu kritisieren.“ Und passend dazu fand Hermann-Josef das Schlusswort: „Packen wir’s an. Lassen Sie uns loslegen!“

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