In Kürze beginnt der Abriss des „Weißen Riesen“
Das wird das neue Lindencarrée

Coesfeld. Die Tage des „Weißen Riesen“ an der Süringstraße sind gezählt. Anfang April rücken Abrissbagger an, um das ehemalige Möbelhaus Hageböck und den benachbarten „Westfälischen Hof“ dem Erdboden gleichzumachen und Platz zu schaffen für ein ganz neues Quartier, das später auch noch weiter in Richtung Innenstadt wachsen und das ehemalige Lindenhof-Kino (Ex-Anno, Imbiss, Spielhalle) mit einbeziehen soll.

Montag, 23.03.2020, 11:04 Uhr
In Kürze beginnt der Abriss des „Weißen Riesen“: Das wird das neue Lindencarrée
Der geplante Neubaukomplex aus der Vogelperspektive: In den drei Häusern, deren Giebel zur Süringstraße ausgerichtet sind, sollen unten auch noch Ladenlokale entstehen, ansonsten Wohnungen, in den fünf hinteren Häusern nur Wohnungen. Visualisierung: Hetkamp Architektur Foto: az

„Der Zeitplan steht“, berichtet Architekt Jörg Hetkamp auf AZ-Nachfrage. Stoffzentrale und der Bastelladen von Rudolf Eismann haben schon neue Räume gefunden, so dass der Gebäudeteil mit der markanten weißen Kunststoff-Fassade nun bald fallen kann. Zwei bis drei Monate wird das dauern – vom Entkernen über den Abriss bis zum ersten Spatenstich, prognostiziert der Architekt. Das Lindencarrée, so der Name des ambitionierten Projektes, das aus dieser etwas schmuddeligen Ecke ein städtebauliches Schmuckstück machen soll, wird „in einem Zuge“ in etwa zwei Jahren gebaut. „Wo, wenn nicht hier in der Innenstadt, macht Verdichtung mehr Sinn?“ fragt Hetkamp.

Als Investorin steht das Unternehmen SZ-Bau aus Borken hinter den Plänen, die Hetkamp schon seit 2015 verfolgt – seinerzeit noch mit einem anderen Investor. Jetzt scheint die Zeit wirklich reif zu sein. Im Kern sind es noch die alten Pläne, die umgesetzt werden. Auch einige Anregungen des Gestaltungsbeirates der Stadt, mit dem man sich drei bis viermal getroffen habe, seien eingeflossen.

Die Pläne sehen zur Süringstraße hin drei giebelständige Häuser mit vier Geschossen vor, die miteinander verbunden werden. Darin sollen unten später wieder vier Geschäfte einziehen, zwei größere und zwei kleinere (450 Quadratmeter insgesamt). In den oberen Geschossen sind Wohnungen vorgesehen. Zur Kapuzinerstraße hin entstehen fünf in der Höhe (drei- bis viergeschossig) abgestufte und von der Fassade her abwechslungsreich gestaltete reine Wohnhäuser, ebenfalls mit Satteldächern, allerdings mit der Traufseite zur Straße hin – alle mit Aufzug.

„Insgesamt bauen wir 40 Wohnungen“, erläutert der Architekt. Die Größe variiert von der Singlewohnung mit 50 Quadratmetern bis 130 Quadratmeter. „Alle werden hell und freundlich“, berichtet Hetkamp über „viel Licht, das durch bodentiefe Fenster herein kommt“. Sehr viele Wohnungen werden einen Balkon haben, teils mit atemberaubendem Blick auf die Stadt. Er hat keine Zweifel, das schnell vermieten zu können, zumal es auch vom Energieverbrauch günstig sein wird. Es werde nach KfW-55-Standard gebaut, also sehr viel energiesparender als es der Gesetzgeber fordert. „Erste Interessenten für die Wohnungen haben sich schon gemeldet.“

Über eine eigene Tiefgarage wird das Lindencarrée auch verfügen – mit 40 Abstellplätzen, für jede Wohnung einen. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt nach Hetkamps Angaben von der Kapuzinerstraße her.

Gekauft hat der Investor auch schon das ehemalige Lindenhof-Gebäude. Abriss und Neubau dort werden in drei Jahren der zweite Bauabschnitt – „mit einem wiederum ganz eigenen Charakter“, verspricht Hetkamp.

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