Gastwirt Markus Kleyer setzt kreative Idee spontan um
Mit Schnitzel-Flitzer durch die Krise

Coesfeld. „Wir sind für Sie da.“ Diese Zusicherung mit Angabe einer Rufnummer oder Mail-Adresse liest man aktuell an vielen Ladentüren und auf Internetseiten von Einzelhändlern. Gemeint ist damit, dass die Geschäftsinhaber den Kunden die Waren gerne auch nach Hause senden. Neben den Einzelhändlern haben die Einschränkungen angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus auch die Gastwirte getroffen.

Freitag, 27.03.2020, 06:26 Uhr
Gastwirt Markus Kleyer setzt kreative Idee spontan um: Mit Schnitzel-Flitzer durch die Krise
Gastwirt Markus Kleyer (l.) vom Gasthaus Keull – hier mit seinem Mitarbeiter Matthias Kaiser – hat aus der Not eine Tugend gemacht und wegen der Schließung seiner Gaststätte angesichts der Corona-Krise einen Lieferservice, den Schnitzel-Flitzer, eingerichtet. Foto: az

Auch Gastronom Markus Kleyer, Inhaber des Gasthauses Keull am Roten Baum, musste sein Lokal schließen, nachdem er für einige Tage noch bis 18 Uhr und später bis 15 Uhr geöffnet haben durfte.

Für Kleyer bereits ein schwer zu ertragender Zustand, weil er gar keinen Mittagstisch angeboten habe und auf Gäste am Abend angewiesen gewesen sei. „Da war ich aus dem Rennen. Es war abzusehen, dass das Gastgewerbe stark betroffen sein würde. Häppchenweise kamen immer mehr Einschränkungen“, sagt Kleyer. Er reagierte blitzschnell und richtete seinen Lieferservice unter dem Namen Schnitzel-Flitzer ein.

„Die Pläne dafür hatte ich schon lange in der Schublade“, verrät der findige Gastronom. Schließlich habe sich schon seit Jahren gezeigt, dass die Gäste ihr Ausgehverhalten gegenüber früher geändert haben. So wie auch andere Kollegen aus dem Gastgewerbe habe er nach Alternativen für das stationäre Geschäft gesucht. Er habe zum Beispiel einen Partyservice eingerichtet.

Als Anfang vergangener Woche im gesamten Münsterland alle Gaststätten geschlossen werden mussten, habe er seine Pläne für den Lieferservice aus der Schublade geholt.

„Ich habe außerdem das Glück, dass ich in der Küche die entsprechenden Geräte für ein solches Angebot zur Verfügung habe“, verrät Markus Kleyer.

Blitzschnell war die Homepage für den Schnitzel-Flitzer mit Inhalt – also mit der Speisekarte – gefüllt. „Schnitzel laufen immer“, freut sich Kleyer, der daneben aber auch weitere Speisen anbietet.

Jetzt hat er bereits eine komplette Woche Erfahrungen mit seinem Lieferservice gesammelt. „Das ist der Wahnsinn, welche Fülle von Bestellungen eingegangen sind. Am vergangenen Sonntag bin ich förmlich überrannt worden.“ Fahrer liefern die Speisen zu den Kunden in Coesfeld (einschließlich Lette und Goxel) sowie Holtwick.

Inzwischen bietet der Gastronom auch einen Mittagstisch an, mit dem er Mitarbeiter heimischer Firmen beliefert.

Markus Kleyer ist sich bereits jetzt sicher, dass er sein Angebot auch nach der Corona-Krise aufrechterhalten wird. „Das ist eine große Chance für die gastronomischen Betriebe“, sagt er. | Weiter Bericht im Lokalteil

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