CDU-Bürgermeisterkandidat Tranel und FDP-Ortsvereinschef Kraska gegen Haushaltssperre
„Nicht erforderlich“ und „kontraproduktiv“

Coesfeld (ds). Der Vorstoß von Eliza Diekmann, Bürgermeister-Kandidatin des so genannten Kleeblatt-Bündnisses, dass die Stadt Neuinvestitionen vor dem Hintergrund der sich wegen der Corona-Krise verschlechternden Kommunalfinanzen erstmal stoppen sollte (wir berichteten), stößt bei ihrem CDU-Kontrahenten Gerrit Tranel und dem FDP-Fraktionsvorsitzenden im Rat Wolfgang Kraska auf Ablehnung.

Freitag, 27.03.2020, 17:28 Uhr

„Eine Haushaltssperre sehe ich aktuell in Coesfeld als nicht erforderlich an. Wir sind als Stadt durch unsere Liquidität handlungsfähig“, hebt Tranel in einer Presseerklärung hervor. „Diese Handlungsfähigkeit sollten wir uns gerade in der jetzigen Zeit nicht durch eine Haushaltssperre unnötig einschränken“.

Tranel hält es aber für erforderlich, im Rathaus alle Kräfte zu bündeln, um insbesondere Unternehmen in der Wirtschaftsförderung eine verlässliche telefonische Anlaufstelle zu bieten. Er weist auf die Hilfsprogramme auf Bundes- und Landesebene hin. Bei der Beantragung bräuchten die Betroffenen aber weitere Informationen und Hilfestellungen. Das könne die Wirtschaftsförderung auf Kreisebene nicht alleine schultern, meint er. „Hier müssen wir auf der städtischen Ebene eng kooperieren und unterstützen“, so der Bürgermeister-Kandidat.

Für „durch und durch kontraproduktiv“ hält FDP-Ortsvereinschef Kraska die Forderung von Diekmann nach einer Haushaltssperre. Das Geld zusammenhalten zu wollen, klinge im ersten Moment zwar logisch, so der Liberale. Doch die Kehrseite hieße: Weitere Betriebe verlören ihre Aufträge, könnten ihre Löhne nicht mehr bezahlen, müssten Mitarbeiter auf Kurzarbeit setzen. „Es ist nicht die Aufgabe des Bürgermeisters, nun auch noch städtischerseits das Wirtschaftsleben zum Erliegen zu bringen. Es ist erst recht nicht die Aufgabe der Stadt, das Geld so zu horten wie andere das Toilettenpapier. Die Stadt hat – Dank sei Gott und der guten Konjunktur der vergangenen Jahre! – gute Geldreserven aufbauen können“, betont er. „Als langjähriger Kritiker von Herrn Öhmann und seiner CDU“ sage er frank und frei: „Zu diesen städtischen Investitionen gehören auch solch „bekloppte“ Baumaßnahmen wie das neue Stück Berkelpromenade an der Davidstraße.“ Jetzt sei aber nicht die Zeit, die Auseinandersetzungen von gestern weiterzuführen, sondern Arbeitnehmer und Unternehmer vor Schaden zu bewahren. Er fordert alle auf, den Verantwortlichen bei der Bewältigung der schweren Aufgabe den Rücken frei zu halten. „Da sollten wir Politiker uns ebenfalls ein wenig Quarantäne auferlegen.“

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