Bäckerei Mey sieht sich noch gut aufgestellt
Brot statt Brötchen in der Krise

Coesfeld (jd). Brot statt Brötchen – so sieht gerade der Alltag von Bäckermeister Bastian Mey aus. „Seit zwei Wochen brechen uns bei den Brötchen nach und nach Vertriebswege weg. Zuerst die Schulen, dann die Kantinen und Gaststätten.“ Baguettes als Beilage zum Essen oder Frühstücksbrötchen in den Restaurants und Cafés? Fehlanzeige. Auch Büroangestellte kommen weniger, um sich ein belegtes Brötchen vor der Arbeit zu holen. Stichwort Homeoffice. Meetings mit der obligatorischen Platte belegter Brötchen in der Mitte finden ebenfalls nicht mehr statt.

Sonntag, 29.03.2020, 16:14 Uhr
Bäckerei Mey sieht sich noch gut aufgestellt: Brot statt Brötchen in der Krise
Der Bäckerei von Bastian Mey geht es noch gut, auch wenn die Gewinne allmählich sinken. Aktuell verkauft er mehr Brot als Brötchen. Foto: Privat

Dann ein Lichtblick zu Beginn der letzten Woche: „Da haben uns die Hamsterkäufer die Filialen eingerannt und Brote ohne Ende gekauft. Wir haben teils die dreifache Menge gebacken und waren trotzdem mittags ausverkauft.“ Seit Beginn dieser Woche ist dieser Absatz auch etwas zurückgegangen. „Es scheint, als hätten die Leute nun erst einmal die Gefriertruhe voll“, sagt er mit einer kleinen Portion Galgenhumor und betont: „Jetzt geht es zwar allmählich ins Geld, aber wir stehen immer noch gut da.“

36 Angestellte hat Bastian Mey, zwei Filialen in Coesfeld, eine in Rorup und mehr als 60 Großkunden, die er außerdem beliefert. Damit die Produktion und der Verkauf auch weiterhin gut laufen, hat auch er Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. „In die Backstube darf keiner mehr gehen, der dort nicht arbeitet. Ware wird einfach vor die Tür gestellt. Aus einer Produktionslinie wurden zwei gemacht und damit der räumliche Abstand zwischen den Mitarbeitern vergrößert.“ Im Verkauf gebe es Markierungen auf dem Boden und zum Wochenende kommen Plexiglasscheiben, die auf den Tresen gestellt werden. Ware bezieht er über den Großhandel. „Ich bekomme noch mein Mehl“, sagt er schmunzelnd.

An Kurzarbeit denkt er nicht. Der Laden läuft noch. „Wir gehen erstmal in den Minusstundenbereich und holen das im Sommer wieder auf. Hoffentlich.“ Seine größte Angst sei, dass die Backstube wegen des Virus irgendwann stillsteht und unter Quarantäne kommt. „Aber wir sind hier aktuell alle gesund und bleiben für die Bevölkerung auch weiterhin leistungsfähig“, zeigt er sich optimistisch.

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