Firma Möllers hat neue Strukturen zur Risikominimierung geschaffen
„Wir arbeiten so lange es geht“

Coesfeld. Es werde zwar ruhiger, aber noch können sie gut von dem zehren, was sich bei ihnen schon vor dem Ausbruch des Coronavirus angestaut hatte. „Wir haben vieles umstrukturiert und auch wenn die Nachfrage in einigen Bereichen etwas nachgelassen hat, so arbeiten wir hier alle mit unserem normalen Stundenumfang“, berichtet Johannes Möllers vom gleichnamigen Sanitär- und Heizungsbetrieb in Goxel.

Montag, 30.03.2020, 06:14 Uhr
Firma Möllers hat neue Strukturen zur Risikominimierung geschaffen: „Wir arbeiten so lange es geht“
Stephan Heitkamp bei der Montage eines Badheizkörpers. Der Monteur von Möllers arbeitet alleine und legt letzte Handgriffe an, damit die Kunden mit dem Umzug ins neue Eigenheim starten können. Foto: Privat

Seit Ende vergangener Woche sei ihre Ausstellung geschlossen. „Laufkundschaft und das klassische Thekengeschäft gibt es daher nicht mehr“, berichtet Johannes Möllers. Notfallanrufe werden natürlich weiterhin bearbeitet – es gelten entsprechende Hygienemaßnahmen. Alle Monteure haben Handschuhe im Auto und arbeiten nur mit ihren eigenen Werkzeugen. „Wir fangen zeitversetzt an, damit die eine Kolonne morgens schon vom Hof ist, wenn die andere kommt“, zählt Johannes Möllers einige Maßnahmen auf und appelliert auch an seine Kunden: „Natürlich möchte der eine oder andere nah bei unserem Mitarbeiter sein, um zu sehen, was in seinem Haus oder seiner Wohnung passiert. Das kann ich verstehen. Aber ich bitte wirklich um Verständnis, wenn unsere Monteure nach mehr Abstand fragen.“ Zudem könne jeder Mitarbeiter die Arbeiten abbrechen, wenn er kein gutes Gefühl dabei habe.

Auch im Bausektor gebe es einige Veränderungen. „Natürlich führen wir begonnene Projekte weiter, geplante werden teils verschoben.“ Regelmäßige Baubesprechungen vor Ort werden auf ein Minimum reduziert, vieles läuft übers Telefon oder via Mail. „Außerdem stimmen wir uns auf Baustellen mit anderen Gewerken ab, sodass möglichst nur noch einer am Tag arbeitet“, so der 30-Jährige. Arbeitsmaterialien und Ware kommen noch. „Der Kurierdienst für Ersatzteile zum Beispiel legt sie uns einfach vor die Tür.“

Generell arbeiten bei Möllers 31 Angestellte in vier Bereichen: Büro, Lager, Kundendienst und Montage. „Wir haben alle Bereiche soweit es geht separiert. Die Kollegen sehen sich kaum noch. Der Kundendienst arbeitet bereits im Homeoffice.“ In der Firma selbst gebe es Desinfektionstücher für die Arbeitsflächen.

Ein Antrag auf Kurzarbeit als Plan B liege zwar ausgefüllt in der Schublade, aber das werde Johannes Möllers hinauszögern, bis „es nicht mehr geht. Es sollen erstmal diejenigen Hilfen beantragen können, die sie dringender brauchen“, zeigt er sich solidarisch. Apropos Solidarität: „Es ist unglaublich, was sich in der Branche abspielt. Jeder hilft sich, wo er kann. Wir tauschen Ratschläge aus und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden.“

Eine Prognose wagt Johannes Möllers nicht. „Wenn jemand eine Glaskugel hat, ich würde gern mal reinschauen, denn ich würde auch für drei Wochen komplett schließen, wenn ich wüsste, dass dann alles wieder seinen normalen Gang geht“, sagt er und versichert: „Aber wir arbeiten weiter, solange es geht.“

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