Videokonferenzen über Tablet und Smartphone
Team Cloud jetzt auch als App

Coesfeld. Die Resonanz hat ihn vom Hocker gehauen. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es solche Wellen schlägt“, staunt Elias Bodem. Schon am selben Tag, als die AZ über die neue und kostenlose Videokonferenz-Plattform Team Cloud berichtet hatte, schnellten die Nutzerzahlen in die Höhe, wie der 23-jährige Coesfelder stolz erklärt. „Wir hatten an dem Tag 10 224 Zugriffe auf unsere Website und abends war unser System zu 70 Prozent ausgelastet.“

Freitag, 03.04.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 23:00 Uhr
Videokonferenzen über Tablet und Smartphone: Team Cloud jetzt auch als App
Für iOS auf Apple-Endgeräten ist die Team-Cloud-App schon verfügbar, wie Niclas und Elias Bodem hier demonstrieren. Für Android soll sie auch noch kommen. Foto: az

Zusammen mit seinem Cousin Niclas hat er das Tool entwickelt – basierend auf der Open Source Software Jitsi Meet. Und die Kunde von dem simplen Tool machte schnell die Runde. „Samstag lag die Auslastung zwischen 18 und 22 Uhr durchweg bei 100 Prozent“, freut sich Elias Bodem, dass die Plattform Menschen zusammenbringt. Zwar könne er nur grob erkennen, dass die Nutzer vor allem aus dem Münsterland kommen. Doch einige Verbindungen reichen sogar bis nach Hamburg oder auch ins Breisgau.

Nun gehen die beiden Entwickler noch einen Schritt weiter. „Wir haben noch mal etwas Zeit und Arbeit investiert und zumindest für iOS eine App auf die Beine gestellt“, berichtet Elias Bodem. Diese ist seit dieser Woche in Apples App Store zu finden und wurde bereits rund 70 Mal heruntergeladen. „Für Android haben wir auch schon eine Version eingereicht, aber Google lässt sich mit der Prüfung leider rund 14 Tage Zeit“, bedauert Elias Bodem.

Hintergrund der Team-Cloud-Idee ist der Umstand, dass für das Architekturbüro seines Vaters Andreas schnell eine unkomplizierte Videokonferenz-Lösung her musste – möglichst kostenfrei und ohne Registrierung – um die Vernetzung der Mitarbeiter im Homeoffice zu erleichtern. Lediglich die Servermiete fällt als Kostenpunkt an und wird von den Bodems getragen. Die Kapazität reicht jedoch für so viele Konferenzen, dass sich Elias und Niclas Bodem entschieden, auch andere interessierte Unternehmen davon profitieren zu lassen. „Es sind tatsächlich sogar mittlerweile mehr Privatleute als Unternehmen“, meint Elias Bodem. „Aber egal, Hauptsache, es wird genutzt“, lacht der junge Mann.

Auch eine Plattform extra für Schüler haben die beiden Jungs eingerichtet – nach mehreren Anfragen von Eltern. Doch die Möglichkeit, sich in eigenen virtuellen Klassenräumen oder Kursverbünden auszutauschen, werde kaum genutzt. „Das hat uns gewundert, aber alle gehen wohl immer über die normale Plattform rein“, vermutet der Coesfelder.

Falls die Serverkapazitäten von rund 700 Videokonferenzen doch mal knapp werden sollten, würde die Bandbreite aufgestockt werden, verspricht Elias Bodem. Hier gebe es trotz der hohen Auslastung zurzeit aber noch keine Probleme.

7 Die Websites sind erreichbar unter teamcloud.work und schule.teamcloud.work

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