Flugformation über Coesfeld
Satellitenschar am Abendhimmel?

Coesfeld (fs). Um Verschwörungstheoretikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, es waren vermutlich keine Ufos, die Birgit und Albert Rüping als „leuchtende Perlenkette“ über dem Coesfelder Abendhimmel beschreiben. Aber wohl auch keine Flugzeuge, wie das Ehepaar zunächst vermutete.

Samstag, 04.04.2020, 06:30 Uhr
Flugformation über Coesfeld: Satellitenschar am Abendhimmel?
Vermutlich war es eine ganze Reihe von Satelliten, die Birgit und Albert Rüping am Samstag über Coesfeld beobachtet haben. Foto: Pixabay

Das ganze Schauspiel ereignete sich am vergangenen Samstag in der Zeit zwischen 20.10 und 20.30 Uhr, als die Rüpings 35 Flugobjekte zählten, „die in fast gleichem Abstand und gleicher Flughöhe und Richtung in dieser Zeit den Luftraum von Coesfelds Süd/Westen nach Coesfelds Nord/Osten überflogen haben“, schreiben die beiden. „Die Flughöhe war aus unserer Sicht relativ hoch, ein Blinken der Maschinen wie bei normalen Linienmaschinen konnten wir nicht erkennen. Auch die Größe der Maschinen war mit bloßem Auge nicht erkennbar“, berichten die Rüpings weiter und vermuten, dass es sich vielleicht um Militär- oder Linienmaschinen handeln könnte, deren Flugroute verlegt wurde.

Gar nicht so abwegig, zumal am vergangenen Wochenende zum einen Corona-Patienten aus dem Ausland nach Deutschland geflogen wurden und zum anderen die Bundeswehr einen Großteil ihrer Soldaten aus dem Irak heimgeflogen hat.

Doch die Antwort ist (vermutlich) eine andere: „Bei der Beobachtung handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um Flugzeuge, sondern um Satelliten aus dem Programm Starlink“, erklärt Ute Otterbein von der Deutschen Flugsicherung. „Diese werden vom Unternehmen SpaceX schon seit einigen Monaten ins All geschossen“, sagt die Pressesprecherin. SpaceX ist eine Firma von Tesla-Gründer Elon Musk. Die Satelliten sollen die Internetverfügbarkeit auch in ländlichen und abgelegenen Regionen sicherstellen.

„Dass zurzeit tatsächlich Überführungsflüge von Corona-Patienten stattfinden, bestätigt auch Ute Otterbein. „Allerdings nicht in großer Anzahl und auch nicht im ,Formationsflug’.“ Bei Verkehrsmaschinen sei auch immer ein Blinken zu beobachten – und dieses blieb nach den Schilderungen von Birgit und Albert Rüping aus. Am Ende also alles nur eine Maßnahme, um das Internet auf dem platten Lande zu stärken – höchstwahrscheinlich zumindest.

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