Cinema wartet auf Genehmigungsauflagen – und entscheidet dann
Autokino steht noch auf der Kippe

Coesfeld. Gemütlich vom Sitz des eigenen Pkw aus aktuelle Blockbuster gucken und dabei Nachos snacken – das könnte schon bald auf dem Parkplatz der Diskothek Fabrik möglich werden. Das Cinema Coesfeld, das wegen Corona derzeit geschlossen hat, will nach Informationen unserer Zeitung unter dem Label „Drive in“ mitten in der Krisenzeit ein Autokino eröffnen. „Wir möchten allen Coesfelderinnen und Coesfeldern in diesen schweren Zeiten eine schöne unterhaltsame Ablenkung ermöglichen“, bestätigt Kino-Betreiber Guido Rottstegge. Noch fehlt allerdings die Genehmigung dafür. „Die werden wir wohl bekommen“, so Rottstegge. Allerdings unter Auflagen. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Erst ab einer bestimmten Zahl von Fahrzeugen, die für das rund 7000 Quadratmeter große Gelände zugelassen werden, so Rottstegge, lasse sich das Projekt wirtschaftlich darstellen. Mehr als 120 müssten es schon sein. Die Entscheidung hop oder top soll heute fallen.

Dienstag, 07.04.2020, 07:02 Uhr
Cinema wartet auf Genehmigungsauflagen – und entscheidet dann: Autokino steht noch auf der Kippe
In Essen gibt es eines der ältesten und größten Autokinos in Deutschland. In Coesfeld will das Cinema ein zeitlich begrenztes Angebot machen. Dafür soll der Parkplatz an der Diskothek Fabrik genutzt werden. Noch unklar ist, wie viele Pkw dort genehmigt werden. Davon hängt die Wirtschaftlichkeit des Projektes ab. Foto: Archiv

Wochenlang sei „unter Hochdruck“ an dem Projekt gearbeitet worden, so Rottstegge. Die Finanzierung kristallisierte sich dabei schon früh als Knackpunkt heraus – auch schon vor den möglichen Auflagen der Behörde. „Die wirtschaftlichen Umstände sind hart“, erklärt der Kino-Betreiber, der seine Mitarbeiter gerne aus der Kurzarbeit herausholen will. Deshalb habe man sich gemeinsam mit Bürgermeister-Kandidatin Eliza Diekmann, die man wegen ihrer guten Vernetzung in der Geschäftswelt ins Boot geholt habe, ein Sponsoring-Konzept ausgedacht. „Mit Politik hat das nichts zu tun“, betont Rottstegge – „da sind wir völlig neutral“.

Der bisherige Plan: Bürger können auf einer Crowdfunding-Plattform für das Autokino-Projekt kleine Geldbeträge spenden und nehmen damit automatisch an einer Tombola teil. Die Gewinne dafür sollen wiederum Unternehmen aus Coesfeld und Umgebung stiften. Sie haben zusätzlich die Möglichkeit, Spots im Vorprogramm zu schalten oder mit Banner-Werbung auf sich aufmerksam zu machen. Diekmann koordiniert die Akquise der Tombola-Gewinne. Sie ist auch Ansprechpartnerin für Unternehmen, die sich engagieren wollen, und hofft nun, dass es auch wirklich was wird mit einem „echten Lichtblick“ in diesen schwierigen Zeiten.

Das Konzept fürs Kino steht. „Wir könnten am Osterwochenende starten“, so Rottstegge. Täglich sind zwei Vorstellungen geplant: Um 17 Uhr sollen Filme für die ganze Familie gezeigt werden und um 20.30 Uhr „eine erlesene Mischung aus aktuellen Blockbustern und kultigen Streifen“, erklärt der Kino-Mann. Auch eine Spätvorstellung mit actiongeladenen Filmen ist an den Wochenenden und vor Feiertagen angedacht.

Wenn es was wird mit dem Auto-Kino, dann müssen die Tickets ausschließlich online gebucht werden. Auch Getränke, Süßwaren und Snacks müssen schon vorab geordert werden. Nachbestellungen sind nicht möglich. Die Ausgabe soll vor Ort jeweils kontaktlos erfolgen. Alles soll nach Angaben des Betreibers auf die besonderen Bedingungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, abgestimmt werden. So dürfen sich im Auto nur jeweils zwei Erwachsene eines Haushalts mit ihren Kindern befinden. „Es ist eine sichere Möglichkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen“, verspricht Rottstegge.

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