Coesfelder Drive-In-Kino kann schon am Karfreitag starten
Wir machen es!

Coesfeld. Am Vormittag gibt es noch einen Ortstermin mit der Stadt auf dem Parkplatz der Fabrik – dann sind alle Hürden genommen. „Wir machen es!“ verkündet Guido Rottstegge, Geschäftsführer des Cinema Coesfeld, mittags auf Nachfrage der AZ. Das Coesfelder Drive-In-Kino, dessen tatsächliche Realisierung am Montag wegen der Behördenauflagen noch offen war (wir berichteten), kann bereits am Karfreitag starten. Mit den nicht mehr ganz so taufrischen Blockbustern Eiskönigin Teil II (17 Uhr), Bohemian Rhapsody (20.30 Uhr) und Mad Max (23 Uhr) soll das Autokino eröffnet werden. Bis zu 150 Pkw dürfen auf den Platz am Dreischkamp. Heute um 10 Uhr beginnt der Online-Vorverkauf (www.kino-coesfeld.de).

Mittwoch, 08.04.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 10:05 Uhr
Coesfelder Drive-In-Kino kann schon am Karfreitag starten: Wir machen es!
Das ist der erste Film, der am Karfreitag im Drive-In-Kino Coesfeld gezeigt wird: Die Eiskönigin (Teil 2) soll um 17 Uhr starten. Foto: Walt Disney Pictures

Rottstegge zeigt sich begeistert von der Unterstützung, die das Projekt, das bis zum 26. April laufen soll, in Coesfeld erfährt. Auch mehr als 20 Unternehmen tragen es nach seinen Angaben bereits mit. Wie berichtet, sollen über die Plattform de.gofundme.com per Crowdfunding Gelder eingeworben werden, um den großen Kostenapparat im Griff zu behalten. Alle, die dort auch kleinere Geldbeträge spenden, nehmen an der Verlosung von Gewinnen teil, die Coesfelder Unternehmen gestiftet haben. Kontaktperson für diese ist Eliza Diekmann, die sich auch sehr freut, dass das Autokino kommt: „Dieses Projekt zeigt, dass wir in Coesfeld mit entsprechender Dynamik, Macher-Mentalität und Partizipation so einiges auf die Beine stellen können.“ Die Bürgermeisterkandidatin des „Kleeblatt“-Bündnisses sieht eine Win-Win-Situation: Nicht nur die Bevölkerung profitiert mit dem Freizeitangebot, sondern mit der Tombola werde auch für Unternehmen „eine tolle Präsenz“ geschaffen: „In wirtschaftlich harten Zeiten ist dies ein positiver Nebeneffekt, der für mich unabdingbar ist.“

Wirtschaftlich wagemutig bleibt das Projekt. „So etwas hätten wir ohne Krise wahrscheinlich niemals in die Tat umgesetzt“, hebt Rottstegge hervor. „Aber verrückte Zeiten erfordern verrückte Ideen, oder?“ lacht er. Er hofft, dass sich jetzt noch möglichst viele Coesfelder einbringen beziehungsweise das Angebot auch wahrnehmen.

Wie das konkret läuft? Die Einfahrt beginnt eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Durch die geschlossene Fensterscheibe scannen Mitarbeiter das Online-Ticket (ausgedruckt oder auf dem Smartphone-Display) ein. Bestellte Getränke und Snacks stellen sie an einer zweiten Station kontaktlos bereit. Der Ton zum Film auf der großen Leinwand, die die Dülmener Firma MP Veranstaltungstechnik aufbaut, kommt dann über eine Radiofrequenz, die vorher bekannt gegeben wird, ins Auto. Pro Wagen (Maximalhöhe: 1,90 Meter) sind bis zu zwei Erwachsene eines Haushalts mit ihren Kindern erlaubt. Das Auto darf nur zum Toilettengang verlassen werden. Für den perfekten Filmgenuss empfiehlt Rottstegge, die Frontscheibe gründlich zu reinigen. Das Bild kommt von einer Digi-talleinwand: „Dann hat man auch tagsüber eine gute Qualität.“

Das Cinema hat sogar daran gedacht, dass es nach dem Film Batterieprobleme geben könnte: „Dann, so Rottstegge, „leistet das Personal Notstarthilfe.“

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