NRW-Schulministerium informiert gestern Mittag – Ministerpräsident Laschet relativiert am Abend
Viertklässler starten am Donnerstag

Coesfeld (jd). Deutliche Worte findet Michaela Ellerbrock, Leiterin der Lamberti-Grundschule am gestrigen Abend. „Heute Mittag war ich geschockt, aber jetzt kann ich mich schon gar nicht mehr aufregen.“ Der Anlass: Bis gestern Mittag gab es zunächst keine offizielle Information seitens des NRW-Schulministeriums, wie es denn nun weitergeht hinsichtlich der Wiedereröffnung der Grundschulen in der nächsten Woche. Die wichtigste Frage, die sich bis dahin sowohl für Schulleitungen als auch Eltern stellte, war: Kommen die Viertklässler nun am Montag (4. 5.) oder doch erst am Donnerstag (7. 5.) in die Schulen zurück? Während die ersehnte E-Mail den Donnerstag als Antwort gab, enthielt sie noch eine Nachricht, mit der Michaela Ellerbrock nicht gerechnet hatte: Ab dem 11. Mai sollten auch alle anderen Jahrgänge mit einem rollierenden System wieder die Grundschulen besuchen, ein Jahrgang pro Werktag.

Freitag, 01.05.2020, 07:00 Uhr
NRW-Schulministerium informiert gestern Mittag – Ministerpräsident Laschet relativiert am Abend: Viertklässler starten am Donnerstag
Am Donnerstag startet für die Viertklässler wieder der Unterricht. Laut NRW-Schulministerium am gestrigen Nachmittag sollten alle anderen Jahrgänge in einem tageweise rollierenden System ab dem 11. Mai hinzukommen. Dieses System relativierte Ministerpräsident Armin Laschet am frühen Abend. Diese Entscheidung solle erst endgültig am 6. Mai getroffen werden. Foto: pexels.com

Ministerpräsident Armin Laschet relativierte dann am frühen Abend die Aussage des NRW-Schulministeriums und sagte, dass über weitergehende Schritte, also alles nach der Öffnung für die Viertklässler am 7. Mai, erst in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Bund und Ländern am 6. Mai entschieden werde. „Zuletzt wurde ja schon angekündigt, dass alle Schüler bis zu den Sommerferien wieder die Schulen besuchen sollen. Aber dass das jetzt für uns so kurzfristig kommen sollte, das war nicht abzusehen“, zeigt sich Michaela Ellerbrock immer noch überrascht vom Vorschlag des Schulministeriums. Denn sie wünscht sich mehr als nur zwei Tage mit den Viertklässlern, bevor auch alle anderen zurückkommen. „Wir hätten auch schon jetzt am Montag mit der Abschlussklasse starten können, so wie es Ende der Osterferien auch genannt wurde. Alles war vorbereitet.“ Anfang der Woche war dann jedoch den Medien zu entnehmen, dass die Viertklässler frühestens am 7. Mai starten und die Schulleitungen und Lehrer ab dem 4. Mai alles für den Start vorbereiten sollen. Aber: Offiziell hatten die Schulen dazu keine Info. „Es mag vielleicht nett gemeint sein, uns Zeit zur Vorbereitung einzuräumen, aber keine Leitung muss am Montag zurück in die Schule, wir waren alle seit Wochen täglich da“, betont Ellerbrock. Zudem müsse man sich auch in die Lage der Eltern versetzen. „Das ist für sie und die Kinder eine Zumutung. Sie wussten am Donnerstagvormittag noch nicht einmal genau, wann sie ihre Kinder in die Schule schicken sollen.“

Sie sei nur froh, dass sie nicht schon unmittelbar angefangen hat, neue Pläne zu schreiben. „Wir warten jetzt erstmal das Wochenende ab, wer weiß, was noch passiert.“

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