Lars Schlarmann empfängt am 10. Mai die Diakonweihe
Sein Herz schlägt für die Seelsorge

Coesfeld (pbm/mek). Lars Schlarmann möchte loslegen: Er möchte Menschen begleiten, Seelsorgeerfahrungen in unterschiedlichen Feldern sammeln. Das ist es, wofür sein Herz schlägt: die pastorale Arbeit. „Zehn Jahre am Schreibtisch sind genug. Jetzt muss es konkret werden“, sagt er mit Blick auf sein Theologiestudium. Nun bereitet sich der 31-Jährige auf seine Diakonweihe vor. Wegen der Corona-Krise musste der Termin vom 26. April auf Sonntag (10. 5.) verschoben werden.

Mittwoch, 06.05.2020, 21:08 Uhr
Lars Schlarmann empfängt am 10. Mai die Diakonweihe: Sein Herz schlägt für die Seelsorge
Lars Schlarmann hat sein Gemeindejahr in der Pfarrei St. Lamberti in Coesfeld absolviert. Dorthin wird er auch als Diakon nach der Weihe zurückkehren. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Um 14.30 Uhr beginnt die Weihe dann im St.-Paulus-Dom in Münster. „Ich gehe zuversichtlich der Weihe entgegen und freue mich, dass diese Lebensentscheidung nun ansteht und einen offiziellen, liturgischen Rahmen erhält“, berichtet Schlarmann. Natürlich habe er sich die Feierlichkeiten anders ausgemalt und sie anders geplant, aber das sei jetzt sekundär. „Wichtiger ist mir, dass einige Freunde und Verwandte an der Weiheliturgie teilnehmen können und mich auf diesem Weg im Gebet begleiten“, freut er sich. Zwar ist die Zahl der Mitfeiernden im Dom wegen der geltenden Abstandsregelungen begrenzt. Aber Interessierte können die Liturgie als Live-Übertragung des Bistums Münster im Internet verfolgen.

Einblicke in die pastorale Arbeit sammelte der gebürtige Steinfelder während seines Gemeindejahrs in der Pfarrei St. Lamberti in Coesfeld. „In der Zeit habe ich wertgeschätzt, wie toll es ist, mit Menschen zu arbeiten“, berichtet Schlarmann. Als Diakon kommen in Coesfeld weitere Aufgaben auf ihn zu, bevor im kommenden Jahr zu Pfingsten voraussichtlich die Weihe zum Priester erfolgt. Als sehr geerdet und realistisch beschreibt Schlarmann seine Spiritualität. „Ich bin kein Aufbruchseuphemist. Mein Glaube muss alltagskonkret sein, und dafür brauche ich die Begegnung mit Menschen.“ Für ihn ist die Frage wichtig, wie der Glaube sein Leben bereichert. „Was die Menschen bewegt, nehme ich mit in mein Gebet. Da sind mein Glaube und meine Spiritualität tragfähig“, ist er sicher. „Gelebter Glaube ist unkompliziert. Dazu muss man einfach nur mit Menschen sprechen.“ Und das sei nicht Priestern vorbehalten, sondern jeder Christ habe die Gabe und die Aufgabe.

Aufgewachsen ist Schlarmann als „typisches Pfarrkind“. In seiner Heimatgemeinde St. Johannes Baptist in Steinfeld im Landkreis Vechta war er von Kindesbeinen an aktiv. Doch so ganz habe er sich nach dem Abitur noch nicht entscheiden können, Priester zu werden. Deshalb startete er mit einem Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und katholische Religion. 2008 dann die endgültige Entscheidung. „Für meine Eltern war es nicht einfach. Ich bin ihr einziges Kind. Aber sie haben mir alle Freiheiten gelassen“, würdigt er den Rückhalt in der Familie. Aber ihm ist bewusst: „Es ist eine Lebensentscheidung, die stark herausfordert.“

Im Oktober 2015 ist Schlarmann ins bischöfliche Priesterseminar Borromaeum in Münster eingezogen und hat während der Ausbildung an seiner Promotion gearbeitet. „Sie ist abgeschlossen, aber noch nicht veröffentlicht“, informiert Schlarmann. Jetzt möchte er als Diakon in der pastoralen Arbeit starten, denn „der Schreibtisch ist nicht Ausdruck meines Glaubens“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7398822?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker