J.W. Ostendorf hat Corona-Koordinationsteams gegründet
„Müssen die Lage im Blick behalten“

Coesfeld. Als sich die Ausmaße der Corona-Krise erstmals abzeichneten, galt es, zwei Dinge in Einklang zu bringen. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter zu schützen und die Waren weiterhin zuverlässig an den Kunden zu bringen“, so Jan Ostendorf, Geschäftsführer des gleichnamigen Farbenherstellers. „Wir haben schon sehr früh Corona-Koordinationsteams gegründet, die nicht nur lokal, sondern auch international die Entwicklung verfolgt, die Kommunikation abgestimmt und entsprechende Maßnahmen koordiniert haben.“ Denn als Teil der Hempel-Gruppe hat das Unternehmen J.W. Ostendorf auch die Produktionsstandorte in Frankreich und England im Blick. Geliefert wird nach ganz Europa. „Lokal tauschen wir uns täglich aus, im internationalen Management-Team drei Mal in der Woche. Wir haben die Situation sehr früh sehr ernst genommen und sofort reagiert.“

Sonntag, 10.05.2020, 10:34 Uhr
J.W. Ostendorf hat Corona-Koordinationsteams gegründet: „Müssen die Lage im Blick behalten“
Durch angebrachte Bildschirme informiert der Farbenhersteller J.W. Ostendorf in Coronazeiten die Mitarbeiter, die über keinen PC-Zugang im Unternehmen verfügen. Fotos: J.W. Ostendorf Foto: az

Gerade zu Beginn habe sich dabei ein sehr kontrastreiches Bild ergeben. „Frankreich, Spanien, Italien oder Portugal hatten die Baumärkte, eine der Hauptabnehmer unserer Farben, vom einen auf den anderen Tag komplett geschlossen. Da ist der Umsatz eingebrochen. Wohingegen Teile von Deutschland, die Niederlande und Skandinavien einen anderen Weg gegangen sind und die Märkte geöffnet hatten. Da stieg die Nachfrage“, berichtet Jan Ostendorf.

Um die Produktion nicht zu gefährden, hat jeder Abteilungsleiter des Unternehmens zusammen mit seinen Mitarbeitern geschaut, welche Maßnahmen möglich sind. Seit dem 13. März wurden konsequent Schichten getrennt, Mitarbeiter auf Homeoffice umgestellt, Abstands- und Hygieneregeln etabliert. „Vor allem ist uns auch eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig. Wenn jemand Symptome bemerkt, soll er sich sofort melden.“ Einem Mitarbeiter, der zu Beginn der Krise noch aus Österreich zurück gekommen ist, habe das Unternehmen vorsorglich eine zweiwöchige Quarantäne ermöglicht. „Das hat sich als gut erwiesen, denn er war tatsächlich infiziert und konnte so niemanden anstecken“, so der Geschäftsführer. Geschäftsreisen sind abgesagt, Meetings laufen über Videokonferenzen. „Wir kommunizieren bewusst viel in den Koordinationsteams, mit unseren Mitarbeitern und natürlich mit unseren Kunden“, schildert Jan Ostendorf.

Insgesamt sei die Branche nicht ganz so schlimm betroffen wie manch andere. „Die Versorgung mit den Rohstoffen und Verpackungen für unsere Farben wurde durch gute Teamarbeit sicher gestellt“, ist Jan Ostendorf froh.

Jetzt, wo nach und nach in einigen Ländern auch wieder die Baumärkte geöffnet werden, komme auch der Absatz dort wieder in Schwung. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen halten sich in Grenzen. Die Nachfrage ist auf einem hohen Niveau.“ Hinzu komme aber auch, dass Kurzarbeit in der gesamten Gruppe, die insgesamt an die 2000 Mitarbeiter hat, davon 600 in Coesfeld, durchaus ein Thema sei. „Zwar auf einem absoluten Minimum, in Coesfeld waren aber auch vereinzelt Mitarbeiter betroffen. Im ersten Schritt haben wir erstmal Urlaub und Überstunden abgebaut.“

Auch wenn sich der Markt langsam wieder öffne, so Jan Ostendorf, „müssen wir uns bewusst sein, dass wir nach wie vor in einer Ausnahmesituation sind und vorerst bleiben. Wir müssen die Lage im Blick behalten und weiterhin dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter, für deren Engagement ich wirklich sehr dankbar bin, gesund bleiben und wir unsere Kunden so zuverlässig wie möglich bedienen können.“

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