Dringende Bitte der Jäger: Tiere in der Setzzeit im Wald an die Leine nehmen
Hunde reißen trächtige Ricke

Coesfeld. Es ist ein trauriger Anblick, der sich Hubert Warnsing in seinem Revier in Stevede neulich bot. Der Kadaver einer trächtigen Ricke, von Hunden gerissen, liegt auf dem Waldboden. Die Reste des ungeborenen Rehkitzes daneben verteilt. „Die hatte keine Chance, weil sie nicht schnell genug flüchten konnte“, sagt der Jagdpächter betrübt. Eindringlich mahnt er Hundebesitzer, vor allem in der jetzigen Setzzeit, ihre Tiere an die Leine zu nehmen.

Samstag, 23.05.2020, 06:15 Uhr aktualisiert: 23.05.2020, 11:19 Uhr
Dringende Bitte der Jäger: Tiere in der Setzzeit im Wald an die Leine nehmen: Hunde reißen trächtige Ricke
Diese hochtragende Damhirschkuh ist Hubert Warnsing am Mittwochmorgen vor die Kamera gelaufen. Der Revierpächter in Stevede schätzt, dass sie mittlerweile schon ihr Kalb zur Welt gebracht hat. Foto: az

Und es sei nicht das erste Mal gewesen. „Das habe ich schon so oft erlebt, an allen Stellen im Revier“, berichtet Warnsing. Er habe sogar schon mal einen Hund „in flagranti dabei erwischt“, wie er hinter einem Reh herjagte. In dem Fall habe es sich gar um einen verwilderten Hund gehandelt, „der durch den Wald auf die Wiese rannte“.

Dass es sich bei dem gefundenen Kadaver um Hunde gehandelt habe, steht für Jagdpächter Hubert Warnsing außer Zweifel. „Bei Reken gibt es zwar schon den Wolf, aber hier noch nicht“, sagt Warnsing. Zudem würde ein Wolf seine Beute auch immer am Hals reißen. „Ein Hund greift das Reh, wo er es zu packen kriegt – meistens an den Hinterläufen“, schildert Warnsing.

Auf seinen Wildkameras bekommt der Jäger regelmäßig Live-Bilder aus der Natur. „Und es ist toll, zu sehen, wie sie sich zurzeit entwickelt“, schwärmt der Naturfreund. So habe er erst am Mittwochmorgen ein Bild von einer hochtragenden Damhirschkuh auf sein Handy bekommen.

Umso mehr ärgert es ihn, dass Spaziergänger oder Jogger aus Gedankenlosigkeit ihre Hunde frei vorlaufen ließen. Häufig habe er die Hundeführer schon freundlich ermahnt und ist froh, „dass sich die Spaziergänger mittlerweile auch selbst erziehen und sich gegenseitig auf das Anleinen hinweisen“.

Denn laut Landesgesetzgebung besteht zwar nicht per se ein Leinenzwang im Wald, in den meisten Naturschutzgebieten des Kreises Coesfeld jedoch schon, wie die Untere Landschaftsbehörde auf der Homepage des Kreises informiert. Immer gilt: Hundebesitzer müssen ihre vierbeinigen Freunde jederzeit unter Kontrolle haben, wenn sie sie von der Leine lassen. Außerhalb von beschilderten Wegen ist der Hund laut Landesforstgesetz grundsätzlich an der Leine zu führen. Verstöße können mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7420476?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker