Bürgermeisterkandidatin Eliza Diekmann stellt „unser Programm für Coesfeld“ vor
Stadt sollte „Anwältin ihrer Bürger“ sein

Coesfeld. Eigentlich sollte es schon im März fertig werden – doch dann kam Corona dazwischen. Gestern hat die von Pro Coesfeld, SPD, Grünen und Aktiv für Coesfeld unterstützte, unabhängige Kandidatin Eliza Diekmann nun der AZ exklusiv vorab ihr Programm zur Bürgermeisterwahl vorgestellt, das nächste Woche vorliegt. Beim „ihr“ hakt die 34-Jährige gleich ein: „Unser Programm für Coesfeld“ sei das, was sie auf 24 bunten Seiten, gespickt mit Fotos von ihr, darlegt. Es sei die Essenz aus unzähligen Gesprächen mit Bürgern und „allen Stakeholdern, die in der Stadt aktiv sind“: „Das sind die eigentlichen Autorinnen und Autoren“, betont sie. Und alle schätze sie gleich – ob nun von Anliegern von Lieblingsstrecken zum Gassigehen fehlende Hundekotbeutel-Spender beklagt werden oder von Unternehmern fehlende Unterstützung durch die Stadt: „Für jeden ist ja sein Thema wichtig.“

Samstag, 30.05.2020, 06:04 Uhr
Bürgermeisterkandidatin Eliza Diekmann stellt „unser Programm für Coesfeld“ vor: Stadt sollte „Anwältin ihrer Bürger“ sein
Gemeinsam mit fünf Unterstützern aus dem Kleeblatt-Bündnis und der Bürgerschaft präsentiert Eliza Diekmann auf dem Marktplatz ihr Wahlprogramm. Die Wirtschaftsförderung will die 34-jährige Politikwissenschaftlerin zur „Chefsache“ machen. Foto: Detlef Scherle

Dem Volk aufs Maul geschaut? Ja, aber abgewogen hat sie natürlich schon – und Schwerpunkte gesetzt. Weil „eine dynamische und nachhaltige Wirtschaft für unsere Lebensqualität in Coesfeld unabdingbar ist“, will Eliza Diekmann die Wirtschaftsförderung im Rathaus künftig zur „Chefsache“ machen. Sie will „ein innovationsfreundliches Klima und digitale, zukunftsorientierte Aufbruchstimmung“ schaffen, „die unseren Unternehmen ermöglicht, immer einen Schritt voraus zu sein.“

Dass manche Aussagen im Programm etwas unkonkret daher kommen, sei auch Programm, versichert sie auf Nachfrage: Fertige Wahlgeschenke wolle sie nicht verteilen, sondern die Bürger ermutigen sich einzubringen, gemeinsam an Lösungen mit zu arbeiten. „Coesfeld“, bringt sie es auf den Punkt, „ist jeder einzelne von uns. Zusammen machen wir unsere schöne Stadt noch lebenswerter und vor allem liebenswert.“ Die rechtzeitige Einbeziehung der Bürger in Planungen der Stadt, insbesondere bei Bauprojekten, sei ihr daher sehr wichtig – „auch dann, wenn es das Gesetz nicht fordert“.

Die Stadtverwaltung, und das ist ein Kernanliegen, möchte sie zu einer noch serviceorientierteren Anlaufstelle für die Bürger weiterentwickeln, bei der es nicht ums Verhindern, sondern ums Ermöglichen geht. Oft bekämen Bürger zu hören: „Dafür sind wir nicht zuständig“. Das stimme. „Aber auch wenn wir als Stadt nicht zuständig sind, ist es möglich und nötig eine Lösung zu schaffen“, erklärt sie. Als Beispiel dafür nennt sie die immer noch fehlende Beleuchtung des Radweges nach Lette. Die Stadt solle sich als „Anwältin ihrer Bürger“ verstehen – auch gegenüber anderen Behörden.

Sie weiß auch: Nicht jeden Wunsch kann sie erfüllen. Ihr Ansatz ist aber, dass die Verwaltung die Bürger aktiv zu Alternativen berät.

Wenn man zu einzelnen Punkten nachhakt, wird die Politikwissenschaftlerin durchaus noch konkret. Zum Beispiel zur Parkplatzsituation, die besser werden müsse. Aber: „Ich bin gegen ein Parkdeck an der Mittelstraße.“ Sie sei Fan von dezentralen Parkflächen. Und grundsätzlich müsse die Stadt auch fahrradfreundlicher werden. Und zu Westfleisch: Sollte das in die Kritik geratene Unternehmen erweitern dürfen? „Wir müssen die Themen Erweiterung und Modernisierung entkoppeln“, fordert sie. Eine Modernisierung, die weniger Emissionen bedeutet – sei durchaus im Sinne der Anlieger. Sie erwartet von Westfleisch, dass sich das Unternehmen „auch nicht mehr so abschottet, sondern transparenter arbeitet“.

Das Programm ist ab Freitag in Diekmanns „Future-Point“ an der Bernhard-von-Galen-Straße erhältlich. Ab dann kann es auch auf ihrer Homepage heruntergeladen werden. | www.elizadiekmann.com

7 Nächste Woche Samstag (6. 6.) stellen wir an dieser Stelle das Programm von Bürgermeisterkandidat Gerrit Tranel (CDU) vor.

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