Stadt äußert sich zu kaum zu öffnenden Fenstern am Nepomucenum
„Es muss eine Lösung gefunden werden“

Coesfeld. Es seien zwei Erfordernisse, die sich beißen und die es jetzt gelte, in Einklang zu bringen. „Wir haben auf der einen Seite den Unfall- und auf der anderen Seite den Infektionsschutz. Hinzu kommt die Wärmeentwicklung bei diesen Temperaturen“, bezieht Beigeordneter Dr. Thomas Robers Stellung. In Leserbriefen hatten zuletzt Lehrer und Eltern des Nepomucenums in der AZ beklagt, dass sich die Fenster des Gymnasiums nur um zehn Zentimeter öffnen lassen und gerade in Zeiten von Corona so keine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet sei.

Samstag, 06.06.2020, 10:22 Uhr
Stadt äußert sich zu kaum zu öffnenden Fenstern am Nepomucenum: „Es muss eine Lösung gefunden werden“
Die Fenster des Gymnasiums Nepomucenum lassen sich seit dem Einbau von Stoppern zum Unfallschutz im vergangenen Jahr nur noch um zehn Zentimeter nach oben schieben. Eine Luftzirkulation ist dadurch erschwert. Eine Lösung muss her. Foto: Jessica Demmer

Dieser Problematik sei sich auch die Stadt als Schulträger bewusst. „Die Fenster gibt es bereits seit 40 Jahren und als wir vor einiger Zeit ein Gutachten zur geplanten Sanierung der Schule haben erstellen lassen, wurde klar, dass wir in die Vertikalschiebefenster Stopper einbauen lassen mussten, damit kein Kind vom Fensterbrett stürzen oder sich an der Hand verletzen kann, wenn das Fenster plötzlich herunterfällt“, so Dr. Robers zum Hintergrund. „Dieses Gutachten hat uns letztes Jahr verpflichtet zu handeln. Die Stopper haben eine deutlich geringere Belüftungssituation zur Folge“, sagt er offen. „Das hat die Schule bereits damals angemerkt und um Lösungen gebeten.“ Die habe zunächst so ausgesehen, dass an einem Fenster pro Klassenraum die Stopper wieder entfernt und Aufkleber angebracht wurden, dass dieses Fenster nur noch in Anwesenheit eines Lehrers geöffnet werden dürfe.

Jetzt kam das Coronavirus. „Natürlich ist es im Zuge dessen notwendig, eine ausreichende Luftzirkulation herzustellen. Das Virus bringt aber aktuell im Unterricht auch kleinere Klassen mit sich. Sobald es aber wieder mehr Schüler in einem Raum werden, brauchen wir auf jeden Fall eine Lösung“, so Dr. Thomas Robers. Die müsse vor dem Hintergrund, dass die Fenster im Rahmen der Sanierung in zwei Jahren ohnehin ausgetauscht werden, aber auch wirtschaftlich sein.

So hätten sie zum Beispiel über Gitter nachgedacht. Aber nach einigen Überlegungen sei klar: „Eine bautechnische Lösung wird es nicht geben können, wir müssen in Zusammenarbeit mit der Schule eine organisatorische finden.“

Im Klartext: „Wir können uns vorstellen, alle Fensterstopper zu entfernen, aber dann müssten zu jeder Zeit Lehrer anwesend sein, um den Unfallschutz zu gewährleisten. Allerdings hat die Schule schon angemerkt, dass die Verantwortung nicht vom Träger auf die Lehrkräfte übergehen soll.“

In der nächsten Woche sollen weitere Gespräche zwischen Stadt und Nepomucenum stattfinden. „Es muss eine Lösung gefunden werden. Wir müssen einen verantwortbaren Weg gemeinsam finden“, so Dr. Thomas Robers.

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