Situation der Volkshochschule
„Hoffe auf Delle und keinen Abriss“

Coesfeld. Auf eine „Delle und keinen Abriss“ hofft Dr. Mechtilde Boland-Theißen, Leiterin der Volkshochschule (VHS) in Coesfeld. Im Fachausschuss für Angelegenheiten der Weiterbildung, der am Montagabend im Rathaus tagte, zeigte sie sich optimistisch, dass die neu startenden Kurse „nach den Sommerferien genauso gut angenommen werden wie vor der Pandemie“. Zwar gebe es einige Teilnehmer, so die Leiterin, die die wenigen stattfindenden Kurse aktuell wieder besuchen. Aufgrund mangelnder Räumlichkeiten, in denen beispielsweise der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, fielen aber weiterhin zahlreiche Kurse aus.

Mittwoch, 10.06.2020, 16:46 Uhr
Situation der Volkshochschule: „Hoffe auf Delle und keinen Abriss“
Foto: az

Über die Entwicklung im vergangenen Jahr und in der aktuellen Pandemie informierte Boland-Theißen den Fachausschuss. So habe die Volkshochschule in diesem Jahr bisher fehlende Einnahmen zwischen 60 000 und 80 000 Euro – verglichen mit den Einnahmen von Januar bis Mai 2019. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr, sehr gut gewirtschaftet“, entkräftet die Leiterin der Einrichtung den finanziellen Verlust. „Falls es zu keiner zweiten Welle kommt, bleiben wir mit den Kosten im Rahmen des Haushalts-Ansatzes“, betont sie. Dennoch sei der finanzielle Schaden insgesamt gesehen „aktuell noch nicht vermessbar“. Positiv in diesem Hinblick sei aber, dass das Land NRW in diesem Jahr Förderungen für die Volkshochschulen auszahle, „auch wenn die Förderrichtlinien nicht eingehalten werden“, erläutert Boland-Theißen. So müssten beispielsweise pro Jahr 4800 förderfähige Unterrichtsstunden mit durchschnittlich mindestens zehn Teilnehmern abgehalten werden. 255 000 Euro stehe der hiesigen Volkshochschule zu. „Da brennt nichts an“, bringt es Boland-Theißen erfreut auf den Punkt.

Wegen der Corona-Pandemie mussten an der Volkshochschule bislang 117 Kurse ausfallen und 133 abgebrochen werden, informierte die Leiterin weiter. Seit dem 11. Mai fänden 34 Kurse wieder statt. Vermehrt könnten Kursteilnehmer auch online lernen, „aber viele schätzen den persönlichen Kontakt und Austausch“, so Boland-Theißen.

Digital ist auch das Stichwort für das Sommerprogramm. Denn dieses wird nicht wie gewohnt in gedruckter, sondern ausschließlich in digitaler Form vorliegen. „Das hat den Charme, dass wir das Angebot je nach Nachfrage laufend ergänzen können“, urteilt Mechtilde Boland-Theißen. Umfassen – und dann als Präsenzkurse – wird das Programm unter anderem Outdoor-Sport, Sprachkurse und vieles mehr.

Die Planungen für das neue VHS-Jahr 2020/21, das nach den Sommerferien starten soll, seien bereits festgezurrt. Mechtilde Boland-Theißen gehe davon aus, dass die Abstandsregelung weiterhin greife und einige Kurse eventuell aufgeteilt werden müssten. „Absprachen mit den entsprechenden Dozenten sind bereits getroffen.“

Aktiv auf die Suche nach neuen Dozenten muss sich die VHS besonders im Bereich des Gesundheitswesens machen. „Viele leben von den Honoraren, die jetzt natürlich wegbrechen.“ Vermehrt würden sich Dozenten daher Stellen mit gesichertem Einkommen suchen. Ob es deshalb einen Notstand gebe, fragte Ausschussmitglied Michael Banneyer (Pro Coesfeld). Bisher hätten keine Kurse ausfallen müssen. Dadurch, dass sich einige Dozenten andere Tätigkeiten gesucht hätten, seien zwei im Bereich Gesundheit abgesprungen. „Die Frage ist, wie es in der Zukunft weitergeht. Wir sind erst am Anfang des Weges“, sagt Mechtilde Boland-Theißen.

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