Gelbhauben-Kakadu der Familie Völker bringt einen Hauch Exotik auf den Letter Berg
Cora ist eine Schmusekatze

Coesfeld. Cora schmust gern. „Na, du, komm mal her“, sagt Claudia Völker und legt ihren Kopf an den ihres weiß-gelb gefiederten Lieblings. Sie krault den Vogel zwischen den Federn und der signalisiert sicht- und laut hörbar, wie er die Zärtlichkeiten genießt.

Sonntag, 21.06.2020, 16:28 Uhr
Gelbhauben-Kakadu der Familie Völker bringt einen Hauch Exotik auf den Letter Berg: Cora ist eine Schmusekatze
Claudia und Michael Völker mit ihrer Cora. Sie hatte einige schwere Jahre und wurde vernachlässigt, bis sie bei der Familie Völker in Lette ein neues Zuhause fand. Schmusen steht bei der exotischen Vogeldame ganz hoch im Kurs. Foto: Ulrike Deusch

Das war nicht immer so. Cora ist ein Triton- oder Gelbhauben-Kakadu und hatte ein schweres Leben, bevor er vor ungefähr zehn Jahren das erste Mal zu Familie Völker auf den Letter Berg kam. Zunächst in Pflege. Und das kam so: Claudia Völker ist seit vielen Jahren im Tierschutzverein engagiert und als irgendwann in einem engen Käfig mit Vorhängeschloss verwahrloste exotische Vögel aus einem Messie-Haushalt im Tierheim abgegeben wurden, fühlte sie sich gleich verantwortlich.

„Coras Gefieder war fransig und stank, sie saß ängstlich in der Ecke und hatte gar keinen Appetit“, schaut Claudia Völker zurück. Sechs Monate haben sie und ihr Mann Michael den Kakadu mit gutem Futter, einer täglichen Sprühdusche und vielen Vitaminen aufgepäppelt. „Und mit ganz viel Zuneigung und Zeit“, sagt ihre Besitzerin lächelnd.

Claudia Völker hat ein großes Herz für Tiere und nimmt immer wieder vorübergehend vor allem Katzenbabys auf, die ungewollt und in bedrohlichem Zustand sind. Zwei der Schnurrer wohnen inzwischen dauerhaft bei Familie Völker, zu der auch noch ein Hund – und natürlich Sohn Colin gehören.

Der hatte mit Cora in der Pflegezeit ein ganz besonderes Erlebnis, von dem sein Papa Michael berichtet: „Sie hat tatsächlich ganz deutlich ‘Colin’ gerufen.“ Ansonsten „spricht“ das gelb-weiße Federtier nicht wirklich gut verständlich. Es kauderwelscht sich durch den Tag und schreit, dass es unerfahrenen Besuchern der Familie Völker schon mal durch Mark und Bein geht.

Apropos Besucher: Nachdem Cora wieder fit und munter war, das Gefieder glänzte und der Appetit zurückgekehrt war, sollte das Tier zu Bekannten vermittelt werden, die gleich mehrere Kakadus hatten. „Wir wollten, dass Cora nicht alleine bleiben muss“, so Michael Völker.

Kakadus brauchen eine lange Zeit, um sich in einer Gruppe einzugewöhnen, das wussten die Völkers. Dass Cora aber nach fast sieben Jahren noch immer keinen Anschluss an die anderen Exoten gefunden hatte, hat die Tierfreunde überrascht und natürlich wieder ihr Tierliebhaberherz gerührt. „Wir haben Cora wieder abgeholt“, so Claudia Völker – und der Vogel hat es ihnen mit Gesten und Freudenschreien gedankt. „Cora war noch keine Stunde hier, da ließ sie sich streicheln“, berichtet ihre Halterin.

Also ist Cora geblieben und fühlt sich am Letter Berg ungefähr so wohl wie in Australien oder Neuguinea, wo Kakadus ursprünglich beheimatet sind. 18 Jahre ist der tierische Freund der Familie Völker jetzt alt. „Wir gehen davon aus, dass Cora uns überlebt“, sagt Michael Völker. Über 80 Jahre können Gelbhauben-Kakadus werden.

Michael Völker hat der weiß-gelben Schönheit eine große Voliere im Wohnzimmer gebaut. Dort klettert Cora gern am Gitter. Äste von unterschiedlichem Durchmesser befinden sich darin, damit sie Krallen und Griffkraft trainieren kann. Zu futtern gibt es frische Zweige zum Knabbern und zusätzlich Obst, Frischfutter, Vogelgras und Sämereien. Manchmal stellt sich „Herrchen“ sogar in die Küche, um aus Samen, Honig und anderen Zutaten Appetithäppchen herzustellen, die auch Coras Spieltrieb befriedigen. „Dir Tür der Voliere steht immer offen“, sagt Claudia Völker. Eingesperrt sein soll der Kakadu niemals wieder.

Dass es aufwändig ist, einen solchen exotischen Vogel zu halten, berichten Claudia und Michael Völker aber auch. Wenn ein Besuch beim Tierarzt nötig ist, müssen sie bis Münster oder Düsseldorf fahren, um jemanden zu finden, der Erfahrung mit Kakadus hat. Die Vögel sind intelligent, aber pflegeintensiv und stauben sehr. Und sie schreien. Ziemlich laut – nur nachts nicht.

All das nimmt die Familie Völker gern in Kauf, um andererseits das Leben mit Cora zu genießen. Sie mag Musik und bewegt sich dazu. Sie liebt es von ihren Menschen abgeduscht oder durchgekrault zu werden. Dann wird sie zur Genießerin. Und Schmusen ist sowieso das Größte.

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