Ausstellung Sound Art Zone: Coesfeld „outside-in“ verspricht Klangkunst auf höchstem Niveau
Innenstadt wird zum Hör-Raum

coesfeld. Ein grüner schattiger Raum ist der Weg zwischen Katharinenstift und Kuchenstraße. Hier wird der Künstler Ulrich Eller einen Geräuschtunnel anlegen und die Menschen beim Durchqueren für einen Moment der Welt entrücken. Überraschende akustische Impulse werden sie aufhorchen lassen, irritieren und ihnen ein Klangerlebnis besonderer Art bescheren. Dieses und fünf weitere Klangkunstwerke in der Innenstadt sind Teil des Projekts Sound Art Zone: Coesfeld „outside-in“, zu dem der Kunstverein Münsterland mit Projektpartnern vor Ort und der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Westmünsterland vom 22. bis 30. August einlädt.

Mittwoch, 24.06.2020, 06:31 Uhr
Ausstellung Sound Art Zone: Coesfeld „outside-in“ verspricht Klangkunst auf höchstem Niveau: Innenstadt wird zum Hör-Raum
Dieser Durchgang am Katharinenstift wird zum Geräuschtunnel. Das Bild zeigt zwei der sechs Künstler und Vertreter der Projektpartner: (v.l.) Künstler Yotam Schlezinger (Essen), Stadtarchivar Norbert Damberg, Ralf Gottheil (Sponsor Sparkasse Westmünsterland), Künstler Hubert Steins (Köln), Stefanie Borgert (Stadtmarketing Verein), Dr. Kristina Sievers-Fleer (Leiterin des Stadtmuseums Das Tor/Synagoge), Jutta Meyer zu Riemsloh (Vorsitzende des Kunstvereins Münsterland). Es fehlen Vertreter des Heimatvereins und der Liebfrauenschule. Foto: Ulrike Deusch

„Wir haben renommierte Künstler gewinnen können, sich mit der Stadtgeschichte zu befassen und mit der Klangkunst als interessanter zeitgenössischer Kunstform einen Bezug zu ihr herzustellen“, beschreibt Jutta Meyer zu Riemsloh, Vorsitzende des Kunstvereins, die Idee. An sechs Installationen im öffentlichen Raum werden Orte in der Stadt erlebbar, die sich auf stadtgeschichtliche, architektonische oder alltägliche Gegebenheiten beziehen. Anders gesagt: die Innenstadt wird zum Hör-Raum. Weitere Klangskulpturen, Installationen und Dokumentationen präsentieren die Künstler im Ausstellungsraum des Kunstvereins.

„„Mit diesem Projekt betreten wir Neuland“, beschreibt Jutta Meyer zu Riemsloh das Besondere der Ausstellung. Dass der Kunstverein alle paar Jahre ein Projekt mit der und für die Stadt macht, hat indes Tradition – „auf Ochse“ ist ein Beispiel und das Lichtkunstprojekt an der Loburg. „Irgendwann würde ich gern Klang- und Lichtkunst vereinbaren und im Stadtpark präsentieren“, träumt Jutta Meyer zu Riemsloh schon von der Zukunft. Auch eine Klang-Kooperation mit der Musikschule, die corona-bedingt jetzt nicht realisiert werden kann, möchte sie nachholen.

Der israelische Musiker und Klangkünstler Yotam Schlezinger hat gleich beim ersten Rundgang durch Coesfeld die Synagoge als Ort für sein Werk entdeckt. Anknüpfend an den Coesfelder Fred Hertz möchte er in einer Endlosschleife Informationen über das jüdische Leben in Coesfeld hören lassen, berichtet er. Hubert Steins ist mit einem Schlaginstrument, dem Terré-Löffel, durch die Stadt gegangen und hat an 18 Orten Klangimpulse erzeugt. „Jeder hat seine eigene Färbung“, sagt er. „Die gebe ich nicht nur als Information, sondern auch in kleinen Kompositionen wieder.“

Ein Heftchen mit Informationen können Interessierte mit auf den Weg durch die Stadt nehmen. Zur Ausstellungseröffnung am 22. August um 15 Uhr begleiten die Künstler den Rundgang. Zur Einführung spricht Prof. Stefan Fricke. Zu einer literarischen Stadterforschung wird der Schriftsteller Florian Neuner erwartet.

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