Sozialdemokraten wollen im Wahlkampf auf Prägnanz setzen
Mit drei Kernthemen überzeugen

Coesfeld. Als Ralf Nielsen in seiner Analogie das „Rote Pferd“ bemühte, den bekannten Ballermann-Hit von Markus Becker, zeigte der Blick in zunächst ratlose Gesichter, dass nicht alle wussten, worauf der Fraktionsvorsitzende der SPD hinauswollte. „Das Lied hat keinen Text, es besteht nur aus dem Refrain. Deswegen kann es jeder mitsingen“, führte Nielsen auf der Aufstellungsversammlung der Sozialdemokraten im Kolpinghaus am Mittwochabend weiter aus. Und genauso müsse auch das Wahlprogramm gestrickt sein, damit es jeder wiederholen könne. Wie André Kretschmer dann erklärte, will die SPD im Wahlkampf sich diesmal auf drei Kernthemen beschränken: als Stadt bezahlbaren Wohnraum schaffen, die gebührenfreie Kita in Coesfeld durchsetzen und für eine Gesamtschule vor Ort eintreten. Auch wenn viele sie schlecht redeten, „wir brauchen in Coesfeld eine Gesamtschule, auch parallel zur Hauptschule“, betonte Kretschmer.

Freitag, 26.06.2020, 06:06 Uhr
Sozialdemokraten wollen im Wahlkampf auf Prägnanz setzen: Mit drei Kernthemen überzeugen
Alle Wahlbezirkskandidaten sind bei der Aufstellungsversammlung der SPD einstimmig gewählt worden. Zusammen mit Bürgermeisterkandidatin Eliza Diekmann (parteilos, 10.v.l.) und unterstützt von Uli Hampel (MdB a.D., 13.v.l.) ziehen die Sozialdemokraten nun in den Wahlkampf. Foto: Florian Schütte

Da stand auch schon das Ergebnis der Wahlen fest: Alle Wahlbezirkskandidaten sind einstimmig gewählt worden. Bei der Wahl der Reserveliste gab es von den 20 stimmberechtigten Mitgliedern 18 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung.

Magdalene Bücker hatte zuvor gefragt, wieso die Reserveliste nicht paritätisch sei, also Männer und Frauen im Wechsel aufliste. Versammlungsleiter Hermann-Josef Vogt räumte daraufhin ein, dass dies nicht der Philosophie der SPD entspreche. „Wir haben aber alle gefragt, wo sie sich auf der Liste sehen“, erklärte Vogt. Viele hätten daraufhin erklärt, zunächst als sachkundige Bürger „langsam in die Arbeit reinzuwachsen“.

Bürgermeisterkandidatin Eliza Diekmann (parteilos) ermutigte die Jüngeren auch noch einmal, sich ruhig mehr zuzutrauen. Klar gebe es auch mal Rückschläge. Sie selbst verbuchte das Duell mit Gerrit Tranel vor den Coesfelder Landwirten als persönliche Niederlage. „Aber auch das ist wichtig, um daraus gestärkt hervorzugehen“, merkte sie an. Den Eindruck einer Niederlage teilten die Mitglieder nicht. „Bei einer Veranstaltung mit den Landwirten seine Meinung zu vertreten, erfordert schon Mut“, sagte Vogt und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Uli Hampel meinte: „Du machst einen bombigen Job. Coesfeld hat dich als Bürgermeisterin verdient.“ Nun gehe es in die nächste Phase. „Die Wahlplakate sind bestellt und hängen hoffentlich nächste Woche in der Stadt“, berichtete Diekmann, die nun in den Nachbarschaften „auf ‘nen Kaffee“ unterwegs sein wird und jüngere Wähler mit einer Social-Media-Kampagne ansprechen möchte. „Geht mit Eliza zu den Leuten. Sie müssen euch mit ihr sehen“, forderte Hermann-Josef Vogt seine Genossinnen und Genossen zum Wahlkampfauftakt auf.

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