Abrissarbeiten am „Weißen Riesen“ ins Stocken geraten
Mieter fürchtet um Leib und Leben

Coesfeld. Nachdem zunächst alles sehr zügig ging, sind die Abrissarbeiten am „Weißen Riesen“, dem ehemaligen Möbelhaus Hageböck an der Süringstraße, ins Stocken geraten. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Ärger mit einem Nachbarn. Ein Unternehmer, der Räume im Backsteinbau, der stehen bleiben soll, angemietet hat, fürchtet angeblich um Leib und Leben von sich und seinen Mitarbeitern. Hintergrund ist, dass nur eine Wand – und nicht wie sonst zwei – das abzureißende Gebäude von dem anderen trennt. Mehrfach wurde von dem Mieter der Immobilie, die der Münsterländischen Bauen und Wohnen GmbH aus Holtwick gehört, schon die Polizei auf den Plan gerufen. Schließlich reichte er einen Antrag auf einstweilige Verfügung für einen Stopp der Abrissarbeiten beim Amtsgericht Coesfeld ein. Den hat er zwischenzeitlich aber schon wieder zurückgenommen, wie Marcos Damhorst, stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Coesfeld, auf Nachfrage bestätigt: „Für uns ist die Sache damit erledigt.“

Dienstag, 30.06.2020, 11:22 Uhr
Abrissarbeiten am „Weißen Riesen“ ins Stocken geraten: Mieter fürchtet um Leib und Leben
Freier Blick bis zur Kapuzinerstraße: Fast der ganze „Weiße Riese“ und der „Westfälische Hof“ sind schon abgeräumt. Nur ein Rest des alten Möbelhauses steht noch. Knackpunkt: Eine Wand trennt ihn vom Backsteingebäude dahinter, das stehen bleibt und in dem noch gearbeitet wird. Eine zweite muss nun vor dem Abriss von innen eingezogen werden, damit die Büroangestellten später nicht ins Freie schauen. Foto: Detlef Scherle

Vertreter des Investors für den Neubau, der SZ Bau aus Borken, wollen, um einer gerichtlichen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen, die Angelegenheit in Kürze im Gespräch klären. „Ziel ist, ein vernünftiges Einvernehmen zu erzielen“, berichtet Architekt Jörg Hetkamp. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Laien da bei so einem Abbruch schon mal Angst bekommen können“, zeigt er Verständnis für die Reaktion des Mieters. Mit Klöpper aus Borken sei aber ein sehr erfahrenes Unternehmen mit dem Abbruch beauftragt.

Der Mieter wollte gegenüber unserer Zeitung zu dem Streit keine Stellungnahme abgeben.

Knackpunkt ist die Trennmauer, die auf dem Neubaugrundstück steht und entfernt werden muss. Um das zu ermöglichen, ohne dass die Mieter ins Freie gucken, muss vorher eine neue Mauer innerhalb des Gebäudes errichtet werden.

Diese Schwierigkeiten, so Hetkamp, seien auf den alten Bauplänen vorher nicht ersichtlich gewesen. Statische Probleme gebe es aber nicht, versichert er. Das Gebäude sei konstruktiv für sich selbst stehend.

Nach dem Abriss werden sich zunächst Archäologen auf dem Gelände umsehen, bevor mit dem Neubau des Lindencarées begonnen werden kann. Hetkamp rechnet damit, dass das Ende des Sommers der Fall sein wird. Noch gebe es keine zeitlichen Verzögerungen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7474192?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker