Richter am Amtsgericht lädt vier Zeugen zu Fortsetzungstermin ein
41-Jährige bestreitet unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Coesfeld (jd). Wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort stand gestern eine 41-Jährige vor dem Amtsgericht. Ihr soll am 13. November 2019 ein Überholmanöver auf der B 474 missglückt sein. Einigkeit herrschte vor Gericht noch hinsichtlich des Unfallhergangs. „Ein Fahrer vor mir hat überholt, ich bin ihm gefolgt, habe es aber nicht mehr geschafft, hinter ihm einzuscheren und musste stark abbremsen, weil Gegenverkehr kam. Als ich nach rechts ziehen wollte, bin ich mit einem Lkw zusammengestoßen und mein Auto hat sich um 180 Grad gedreht“, berichtete die Angeklagte. Ab da unterscheiden sich ihre Aussage und die von vier Zeugen. Sie gab vor Gericht an, dass ihr Auto nach der Drehung, die sie auf die Gegenfahrbahn gebracht habe, nicht stehen geblieben sei und sie weiterfahren musste, weil sich hinter ihr bereits ein weiteres Fahrzeug näherte und neben ihr die Leitplanke gewesen sei. Bei der ersten Möglichkeit habe sie gehalten und die Polizei gerufen.

Dienstag, 30.06.2020, 12:24 Uhr

Auf die Frage des Richters, wie weit dieser Punkt vom Unfallort entfernt gewesen sei und ob sie diesen noch hätte sehen können, konnte sie keine Angaben machen. Die Zeugen hingegen hatten am Tag des Geschehens ausgesagt, dass die Angeklagte zum Stehen gekommen und dann „aufgebracht“ weitergefahren sei. Da diese gestern bestritt, sich mit Absicht entfernt zu haben und der genaue Ablauf nicht eindeutig geklärt werden konnte, setzte der Richter einen Fortsetzungstermin an, an dem auch die vier Zeugen aussagen sollen. Die Angeklagte ist einschlägig vorbestraft, da sie sich schon 2016 unerlaubt von einem Unfallort entfernt hatte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7474312?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker