Lukas Maschke spielt die erste Orgelmusik zur Marktzeit nach dem Lockdown
Klänge wie vom Hofe des Königs

Coesfeld. Es war das erste Konzert der Reihe Orgelmusik zur Marktzeit nach dem Lockdown. Und Corona zum Trotz war die Jakobi-Kirche gut besucht. Lukas Maschke, Kantor und Domorganist in Billerbeck, begann die Orgelmusik zur Marktzeit mit dem „Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel.

Dienstag, 07.07.2020, 11:04 Uhr
Lukas Maschke spielt die erste Orgelmusik zur Marktzeit nach dem Lockdown: Klänge wie vom Hofe des Königs
Lukas Maschke spielte die erste Orgelmusik zur Marktzeit nach dem Lockdown – und zog damit zahlreiche Zuhörer in die St.-Jakobi-Kirche. Foto: az

Frisch, munter, heiter, leidenschaftlich und kontrastreich, mit schön gespieltem Bass im Pedal, schien diese Musik wirklich vom Hofe des Königs Salamo selber zu kommen. Die elegische Arie „Lascia ch’io panga“ aus der Oper Rinaldo“ gestaltete Lukas Maschke mit schöner zarter Registrierung, in der auch das Zusammenspiel von Haupt- und Chororgel besonders deutlich wurde. Das Stück strahlte so viel Ruhe auf die Zuhörer aus, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können – Musik als gefühlte Stille.

Gespannt waren viele auf die Transkription von Ludwig van Beethovens „Egmont-Ouvertüre“. Durch eine enorme Lautstärke- und Klangdynamik machte Lukas Maschke deutlich, dass die Orgel ein ganzes Symphonieorchester ersetzen kann. Die Auseinandersetzung des Menschen zwischen Gut und Böse und die Idee der Freiheit in ihrer ganzen Vielfalt zeigte er besonders in den stürmischen Klangkaskaden des Schlussteils. Sicherlich ganz bewusst hatte Lukas Maschke als Kontrast zur Egmont-Ouvertüre das „Impromptu“ aus den 24 Fantasiestücken von Louis Vierne als Folgestück ausgewählt. Hier perlten die Töne leicht und beschwingt wie glitzerndes Wasser eines Bergbaches durch den Kirchenraum.

Immer wieder gerne gehört folgte das Carillion des Westminster, in dem Vierne in unvergleichlicher Weise die recht wenigen Töne des Westminster-Geläuts vom Glockenturm des Parlamentsgebäudes geschickt zu einer großen Komposition ausbaut. Nach dem wuchtigen Schlussteil des Carillion des Westminster wechselte Lukas Maschke mit „Nimrod“ zu einer Komposition von Edvard William Elgar aus den Enigma-Variationen, die ursprünglich für Orchester komponiert wurden. Mit herrlich schwebenden und streichenden Registern sorgte er für eine von einfach schöner Musik beseelte Atmosphäre.

Als grandiosen Schlusspunkt durften sich die Besucher auf den „March Nr. 1 in D major“ aus „Pomp and Circumstance“ Op. 39 freuen. Noch einmal führte Maschke das volle Werk und die Vielfalt der Orgel vor, insbesondere mit der Hymne „Land of Hope“, die sicherlich viele gerne lauthals mitgesungen hätten. Nach wohlverdienten Standing-Ovations rundete Lukas Masche mit einer Orgeltranskription des „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“ als Zugabe ab. Schöner hätte die Orgelmusik zur Marktzeit nicht enden können. Heinz-Josef Holthaus

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