Kurzfristig soll ein hoher Zaun illegales Gleisüberschreiten am Wiedauer Weg verhindern
Neuer Anlauf für eine Umlaufsperre

Coesfeld. Mit einem neuen hohen Zaun, der kürzlich links und rechts vom beschrankten Bahnübergang am Wiedauer Weg errichtet wurde, will die Deutsche Bahn die Sicherheit an der Stelle erhöhen. Weil die Schranke aus technischen Gründen teils bis zu 25 Minuten lang geschlossen ist, hat sich daneben ein rege genutzter Trampelpfad gebildet. Der ist durch die Maßnahme nun erst mal dicht. Das Ärgernis der langen Wartezeiten an der „Glückauf-Schranke“ besteht aber weiter. Gemeinsam mit der Stadt Coesfeld, deren Rat das schon vor sieben Jahren gefordert hat, will die Bahn nun aber auch noch weiter an einem größeren Rad drehen: der Einrichtung einer Umlaufsperre, wie es sie zum Beispiel am Blomenesch schon lange gibt.

Donnerstag, 09.07.2020, 06:36 Uhr
Kurzfristig soll ein hoher Zaun illegales Gleisüberschreiten am Wiedauer Weg verhindern: Neuer Anlauf für eine Umlaufsperre
So eine Umlaufsperre wie am Blomenesch soll auch neben dem Bahnübergang am Wiedauer Weg entstehen. Fotos: ds Foto: az

Vor vier Jahren war am Bahnübergang am Wiedauer Weg ein 15-Jähriger vom Zug erfasst und schwer verletzt worden. Seither ist die Sicherheit dort schon durch Lampen und Kamera-Überwachung verbessert worden. „Mit dem Zaun wollen wir nun noch mehr tun“, so Dirk Pohlmann, Sprecher der Deutschen Bahn in NRW, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Schranke sei zwar seit einer technischen Umstellung im Jahr 2019 in der Regel geöffnet. Bei Zugfahrten von Ahaus in Richtung Bahnhof Coesfeld komme es aber trotzdem immer noch zu längeren Wartezeiten, erläuterte er. Das hängt damit zusammen, dass der Fahrdienstleiter die Schranken erst öffnen dürfe, wenn der Zug ein bestimmtes Signal passiert habe. Und etliche Passanten hätten in der Vergangenheit eben nicht gewartet, sondern die Gleise über einen Pfad an der Schranke vorbei gequert.

Die Lösung könnte eine Umlaufsperre sein. Durch sie können Fußgänger und Radfahrer nicht einfach achtlos geradeaus über die Gleise gehen und fahren. Der „Umlauf“ bremst und mahnt, nach rechts und links zu schauen. Da die Bahnstrecke am Wiedauer Weg schnurgerade ist, kann man weit gucken und herannahende Züge rechtzeitig erkennen. „Wir haben vom Rat einen klaren Auftrag“, berichtete 1. Beigeordneter Thomas Backes. Die Umlaufsperre sei für Fußgänger und Radfahrer das Mittel der Wahl. Aber so recht vorangekommen ist man bislang nicht. „Seit einiger Zeit hängen wir fest“, so Backes. Um das Thema wieder auf die Agenda zurückzurufen, hat auf Initiative der Stadt nun im Juni ein Gespräch von Bürgermeister Heinz Öhmann und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr mit Vertretern der Deutschen Bahn stattgefunden. Dabei, so Pohlmann, sei man sich einig geworden, dass neben der Schrankenanlage, die für Pkw und landwirtschaftlichen Verkehr weiter nötig ist, eine Umlaufsperre gebaut werden soll. Der Antrag soll in Kürze beim Eisenbahnbundesamt zur Genehmigung eingereicht werden. Pohlmann weiß aber aus Erfahrung, dass solche Prüfverfahren dort lange dauern können. „Wir rechnen nicht damit, dass das vor 2023 was wird.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7486578?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker