Auf der Baustelle der neuen Martin-Luther-Schule läuft der Endspurt
Wer hat an der Uhr gedreht?

Coesfeld. Symbolträchtig ist die Uhr draußen an der alten Jakobi-Schule um 5 vor 12 stehen geblieben. In der vergangenen Woche waren die Lehrer gefrustet, als sie entgegen den Absprachen noch nichts einräumen konnten in der neuen Martin-Luther-Schule (wir berichteten). Zwischenzeitlich hat sich aber einiges getan in der Franz-Darpe-Straße 13. Der Eindruck einer Chaos-Baustelle mit Schuttbergen ist einem geordneteren Treiben gewichen. Löcher, die noch vor sieben Tagen in den Wänden klafften, sind verputzt. Draußen pflastern Landschaftsbauer die letzten Parkplätze. Im Lehrerzimmer im Untergeschoss sind offene Leitungen hinter Verkleidungen verschwunden.

Samstag, 11.07.2020, 11:08 Uhr
Auf der Baustelle der neuen Martin-Luther-Schule läuft der Endspurt: Wer hat an der Uhr gedreht?
Sicher, dass der Einzugstermin am 3. August gehalten werden kann: v. l. Architekt  Carlo Koeppen, Uwe Dickmanns von der Stadt Coesfeld und Projektleiter Alexander Roß bei der Kontrollrunde am Freitag. Kleines Bild: Die Uhr außen am Gebäude ist symbolträchtig um 5 vor 12 stehen geblieben. Fotos: ds Foto: az

„Etwa 40 Handwerker sind hier jeden Tag tätig“, berichtet Architekt Carlo Koeppen beim ersten Kontrollrundgang von Stadt, Schul- und Bauleitung, der jetzt jeden Freitag in den Ferien stattfinden soll. Auf dem Klemmbrett hakt Projektleiter Alexander Roß vom Büro Koeppen Raum für Raum ab, was erledigt und was noch zu tun ist. Immer wieder kommen Nachfragen zu einzelnen Punkten. So will Stadtbaurat Thomas Backes wissen, wann eine der erhaltenswerten historischen Türen abgeschliffen und gestrichen wird. „Nächste Woche“, antwortet Roß nach einem Blick auf seinen Plan.

Alle Details sind darauf vermerkt. Wann die modernen Deckenleuchten aus China kommen. Wann die Displays für die Klassenräume, die die bisherigen Tafeln ersetzen, geliefert werden. „Dann muss aber der Staub raus sein“, mahnt Schulleiterin Ute Hoppe. Der Architekt nickt. Die noch fehlende Ausstattung werde passend geliefert, wenn alles andere grundgereinigt ist.

Koeppen ist optimistisch, dass er den Lehrern alles am 3. August fertig übergeben kann: „Alle Unwägbarkeiten sind eigentlich raus“, sagt er. Einem Schlosser wurde gekündigt. Ein anderer setzt die Arbeit schon fort. Und auch die übrigen beauftragten Unternehmen ziehen mit, geben Dampf. „Wir haben von allen Zusagen, dass sie termingerecht fertig werden“, betont er. Nur höhere Gewalt könne das Ganze jetzt noch ausbremsen.

„Ich bin froh, dass ein Ruck durch Organisation und Abläufe gegangen ist“, freut sich Hoppe über den sichtbaren Fortschritt. Und auch über die verbesserte Kommunikation: „Ich werde jetzt immer über alles informiert. Das finde ich richtig gut.“ Da viele Eltern immer noch in Sorge sind, ob ihre Kinder zu Schulbeginn eine funktionsfähige Einrichtung vorfinden, soll die Schulpflegschaft nächste Woche zu einer Begehung eingeladen werden, verspricht Dorothee Heitz, zuständige Fachbereichsleiterin bei der Stadt. Dann zeigt ja vielleicht auch die Schuluhr schon wieder die richtige Zeit an.

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