Ferienprogramm der Stadt kommt auch unter Corona-Bedingungen gut an
Kreativ mit Holz, Sport und Film

Coesfeld. Sorgfältig schneiden Phil, Nele und Sophia mit der Laubsäge ihre zuvor auf dünnes Holz gezeichneten Motive aus. „Das geht aber ganz schön in den Arm“, sagt Sophia nach einer Weile. Aber das hält sie nicht davon ab, weiter zu sägen. Nach und nach nehmen die 3-D-Würfel der drei Teilnehmer des Ferienprojektes der Stadt Form an.

Samstag, 11.07.2020, 16:08 Uhr
Ferienprogramm der Stadt kommt auch unter Corona-Bedingungen gut an: Kreativ mit Holz, Sport und Film
Benjamin Hoppe zeigt (v.l.) Phil (12), Nele (10) und Sophia (11) den richtigen Umgang mit der Laubsäge. Wie er sind viele der Betreuer schon öfter dabei gewesen, und wissen, wie sie den Kindern gerecht werden und ihnen spannende Angebote bieten können. Foto: Jessica Demmer

Bastelaktionen, Sportangebote, Rallyes, Filmprojekte, Olympiade, Spiele oder der Bau eines Insektenhotels – die Möglichkeiten, die sich den Kindern bieten, sind vielfältig. „Aber wegen Corona mussten wir das Programm komplett umkrempeln“, sagt Sabine Wessels vom Fachbereich Jugend und Familie. Statt große Angebote mit vielen Kindern und unterschiedlichen Workshops wie zum Beispiel „Klein-Kuhfeld“ gibt es jetzt viele dezentrale Angebote mit kleinen Gruppen. „Wir wollten es auch unter diesen Bedingungen irgendwie für die Kinder und Eltern möglich machen“, so Wessels. Ein riesiger organisatorischer Aufwand. Sechs verschiedene Standorte wurden gefunden – für jede Woche. „Wir brauchten zusätzliches Betreuungspersonal. Insgesamt kümmern sich jetzt mehr als 52 Betreuer und sieben Hauptamtliche um die Kinder in den sechs Wochen. 750 Plätze stehen in dieser Zeit zur Verfügung, manche Kinder nehmen doppelt teil.“

An jedem Standort stehen Kisten voller Hygienematerial: Desinfektions- und Putzmittel, Masken und Co. „Auch die Verteilung der Bastelutensilien ist aufwendig, wir müssen viel mehr Standorte im Blick behalten.“ Ein Aufwand, der sich aber lohne, wie Kollegin Gabi Kaudewitz ergänzt. „Die Rückmeldungen, die wir bislang von Eltern und Kindern bekommen haben, sind sehr positiv. Auch die Hygienemaßnahmen halten die Kinder super ein, das trübt die Stimmung auf keinen Fall.“ Einige Kinder würden sich freuen, dass die Gruppen nicht so groß sind und die Betreuer mehr Zeit für den Einzelnen haben. „Anders wiederum“, so Sabine Wessels, „ist die Heterogenität in kleinen Gruppen eine Herausforderung. Wenn es zwei Elfjährige in einer Gruppe von Sechs- und Siebenjährigen gibt, wird es schon spannend“, sagt sie mit einem Zwinkern. Aber es funktioniere.

Dahinter steht eine monatelange Planung, so Gabi Kaudewitz. „Nach den Osterferien haben wir uns schon Gedanken gemacht. Wir sind das Risiko eingegangen, ohne wirkliche Planungssicherheit das neue Konzept auf die Beine zu stellen. Wir wussten ja nicht, wie sich die Situation entwickeln wird.“ All diejenigen, die schon im Februar eine Zusage für das ursprüngliche Ferienprogramm bekommen haben, durften zuerst buchen. „Am Ende konnten wir alle Anfragen berücksichtigen, niemand ist leer ausgegangen.“

29 Angebote hat das Team des Jugendamtes auf die Beine gestellt, allein 14 Maßnahmen, jeweils von vier Betreuern begleitet, finden in den ersten beiden Ferienwochen statt. „Gerade zu Beginn und dann auch vormittags war der höchste Bedarf, das nimmt dann zum Ende der Ferien etwas ab.“

Ein erstes Zwischenfazit von Sabine Wessels fällt positiv aus. „Ich wusste, dass es aufwendig wird, aber so aufwendig? Aber alle waren von Anfang an motiviert und ich bin stolz, dass wir das geschafft haben.“ Dann können die Ferien ja entspannt weitergehen.

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