Schulgebäude am Köbbinghof steht vorerst leer
Ideenwettbewerb für City-Grundstück

Coesfeld. Nach dem Auszug der Martin-Luther-Grundschule aus dem Gebäude am Köbbinghof steht der Immobilie ein längerer Leerstand bevor. Zwischenzeitlich sei zwar überlegt worden, ob dort in den nächsten Jahren übergangsweise Klassen der zu modernisierenden Gymnasien einziehen könnten. Da jedoch umfangreiche Brandschutzmaßnahmen nötig gewesen wären, sei die Idee wieder verworfen worden, teilte Andrea Zirkel, Sprecherin der Stadt Coesfeld, auf Anfrage mit. Das Hauptgebäude wird deshalb vorläufig leer stehen, während in den Pavillon auf dem Schulhof nach den Sommerferien Gruppen der Kita „Die Arche“ übergangsweise einziehen (wir berichteten). Mittelfristig sollen laut Zirkel in einem Wettbewerb Ideen für die künftige Nutzung des rund 2600 Quadratmeter großen Grundstücks gesammelt werden. „Mittelfristig heißt, dass wir noch in diesem Jahr mit der Vorbereitung des Wettbewerbs beginnen wollen“, ergänzt Stadtbaurat Thomas Backes.

Dienstag, 14.07.2020, 06:21 Uhr
Schulgebäude am Köbbinghof steht vorerst leer: Ideenwettbewerb für City-Grundstück
Offen ist die Zukunft des ehemaligen Schulgebäudes am Köbbinghof beziehungsweise des 2600 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem es erbaut wurde. Ein Ideenwettbewerb, der auch die angrenzende Immobilie der Evangelischen Gemeinde einbezieht, soll noch in diesem Jahr vorbereitet werden. Foto: Archiv

Eine Idee gibt es schon. „Ich könnte mir an dieser zentralen Stelle ein kleines, inhabergeführtes Boutique-Hotel vorstellen. Das fördert den Tourismus und bringt Frequenz in die Innenstadt“, sagt CDU-Bürgermeisterkandidat Gerrit Tranel, der diesen Vorschlag schon vor einigen Monaten mit möglichen Investoren diskutiert habe. „Corona hat die Gespräche ins Stocken gebracht. Und nun wird abzuwarten sein, wie sich die wirtschaftliche Situation der Unternehmen nach Corona darstellt“, so Tranel, der das Thema auf jeden Fall weiter verfolgen möchte.

In den Ideenwettbewerb einbezogen werden soll auch das unmittelbar angrenzende Grundstück der Evangelischen Gemeinde, die sich ganz oder in Teilen von ihrem Gemeindehaus trennen und das Gemeindeleben stärker in Richtung ihrer Kirche am Markt verlagern möchte. Was genau die Gemeinde vorhat, ist noch offen. „Wir sind in vielen Gesprächen. Vermutlich können wir Ende des Jahres Näheres sagen“, teilt Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann mit. Unter anderem ist die Gemeinde im Gespräch mit der Stadt Coesfeld, die nach Auskunft von Backes gerne Flächen ankaufen würde.

Beide Gebäude, sowohl das Gemeindehaus als auch das Schulgebäude, stehen laut Stadtarchivar Norbert Damberg auf dem Gelände des ehemaligen Kapuzinerklosters und wurden 1953 nach Plänen des Architekten und damaligen Presbyters Wilhelm Kahrmann erbaut. In das Schulgebäude zog die Martin-Luther-Volksschule ein, die sich Ende der 1960er Jahre in die Martin-Luther-Grundschule und die Albert-Schweitzer-Hauptschule aufteilte. Die Grundschule zog kurze Zeit später unter das Dach der Jakobi-Grundschule an der Franz-Darpe-Straße, die Hauptschule blieb bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1990 am Köbbinghof. Danach nutzte die Martin-Luther-Grundschule die frei gewordenen Räume bis zum Ende des Schuljahres 2019/20. Nach den Sommerferien möchte sie bekanntlich ihr neues Domizil im ehemaligen Jakobischulgebäude in Betrieb nehmen.

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