Die Arbeiten für den letzten Teil des Stadtmuseums Das Tor laufen auf Hochtouren
Mit dem Zollstock in der Tasche

Coesfeld. Seit einigen Wochen hat Dr. Kristina Sievers-Fleer, Leiterin des Stadtmuseum Das Tor, immer einen Zollstock in der Tasche. „Dann kann ich fix mal ins Museum gehen und zum Beispiel für die Vitrinenplanung noch mal nachmessen“, schmunzelt sie über ihre Arbeit in der heißen Phase zur Einrichtung des letzten Museumsabschnitts. Um Fristen zur Finanzierung und Förderung des Projekts einzuhalten, müssen die Verantwortlichen bis Ende September den fehlenden letzten Teil der Ausstellung zur Stadtgeschichte realisieren – eine Herausforderung für Sievers-Fleer, die dabei eng mit ihrer Kollegin, der Museumspädagogin Sabrina Sommerfeld, und den Experten für Kommunikationsdesign aus dem Büro BOK + Gärtner (Münster) zusammenarbeitet. Schließlich müssen sich die fehlenden Ausstellungsräume dem bereits realisierten Konzept anpassen. „Und wir wollen Besucher und Besucherinnen wie bisher nicht mit Text überfrachten, sondern einen spannenden und emotionalen Einblick in die Geschichte geben“, sagt die Museumsleiterin.

Dienstag, 28.07.2020, 11:40 Uhr
Die Arbeiten für den letzten Teil des Stadtmuseums Das Tor laufen auf Hochtouren: Mit dem Zollstock in der Tasche
Foto: privat

Zeitlich fehlen im Stadtmuseum Mittelalter und Frühe Neuzeit noch komplett. „Das sind mehrere Jahrhunderte, für die wir auf wenig Raum zurückgreifen können“, beschreibt Sievers-Fleer eine Herausforderung. Das Dilemma lösen die Verantwortlichen, indem sie vier Themen aus dieser Zeit herausgreifen, die die Geschichte Coesfelds besonders geprägt haben: Stadtgründung und städtisches Leben, Handel, die Zeit Christoph Bernhard von Galens und die Stadtbefestigung – schließlich hat das Museum seine Adresse in dem letzten erhaltenen Tor der Stadtmauer, dem Walkenbrückentor.

Die Museumsleiterin hat sich an den Schreibtisch gesetzt und eine Tabelle erarbeitet, in der sie Themen, Räume und mögliche Ausstellungsobjekte zueinander in Bezug gesetzt hat. Jetzt ist das Gestalterbüro gefragt, diese Ideen in die Räume zu übertragen. Aufgabe ist es, Inhalte und Objekte so zu präsentieren, dass die Besucher nicht nur etwas über die Geschichte lernen, sondern dass ihnen der Rundgang auch Spaß macht – und damit ist nicht nur gemeint, dass sie selbst am Bildschirm klicken, eine Schublade herausziehen, eine Vitrine beleuchten oder eine Tafel drehen können. Auch Unbewusstes spielt eine Rolle. „Für einen ersten Eindruck schauen Besucher normalerweise von links nach rechts durch den Raum und neigen dazu, nach rechts zu gehen“, sagt Sievers-Fleer. Das können die Ausstellungsmacher nutzen, rechts die wichtigsten Objekte platzieren und links untergeordnete Themen. Oder sie überlisten den Rechtsdrang, indem sie gerade auf die linken Seite sehr auffällige Elemente setzen. Schrägen im Raum, Kanten und Durchgänge beeinflussen die intuitive Bewegung der Besucher, auch der Einsatz von Licht, Texttafeln und Vitrinen, so Sievers-Fleer. Und dann ist es gut, wenn sie den Zollstock in der Tasche hat, um schnell nachzumessen, wenn die Gestalter aus Münster eine Zentimeter-Angabe brauchen.

Aktuell werden Fotos, Bilder und Grafiken ausgewählt – eine aufwändige Arbeit, weil Museen, Archive und Bilddatenbanken kontaktiert und Bildrechte geklärt werden müssen, beschreibt Sievers-Fleer den Stand der Arbeiten. „Jetzt sind die Medienstationen noch eine Herausforderung für uns.“ Auch ein zentraler Medientisch im Forum des Museums, der die Ausstellungsräume abbildet und über historische und kulturtouristische Ziele in der Region informiert.

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