Ein Besuch im Tierheim in Lette
Hilfe für Hund, Katze & Co.

Lette. Emma ist noch ein bisschen aufgeregt. Aber Tierpflegerin Eva Bleckmann weiß genau, was zu tun ist. Und schon nach kurzer Zeit sitzt die knapp zweijährige Labradorhündin brav neben der Fachfrau und schaut in die Kamera. Im Tierheim in Lette arbeitet ein ganzes Team von ausgebildeten Mitarbeitern: vier Tierpflegerinnen, eine Auszubildende, eine Bundesfreiwilligendienstlerin, ein Geschäftsstellenleiter sowie drei 450-Euro-Kräfte.

Freitag, 31.07.2020, 06:15 Uhr
Ein Besuch im Tierheim in Lette: Hilfe für Hund, Katze & Co.
Tierpflegerin Eva Bleckmann mit Emma: Die knapp zweijährige Labradorhündin ist noch nicht zur Vermittlung freigegeben. „Aber sie wird bestimmt schnell einen neuen Besitzer finden“, ist sich Sandra Kassenböhmer, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung, sicher. Foto: Frank Vogel

„Nicht jedes Tierheim hat festangestellte ausgebildete Mitarbeiter“, weiß Sandra Kassenböhmer, ehrenamtlich tätige Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung, der Träger des Tierheims ist. Trotzdem könnten die Fachleute allein die vielen Tiere nicht betreuen. Rund 40 Tierfreunde kommen regelmäßig, um das Team zu unterstützen.

Und zu tun gibt es reichlich im Tierheim. Zu den Aufgaben gehört die Aufnahme und Vermittlung von Tieren, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr von ihren Besitzern gehalten werden können. Und dann sind da die Fundtiere. Das Tierheim hat mit den Kommunen Coesfeld, Dülmen, Nottuln, Billerbeck, Rosendahl, Havixbeck und Reken Fundtierverträge abgeschlossen. Die kommunale Pflichtaufgabe der Unterbringung und Versorgung von herrenlosen oder ausgesetzten Tieren ist so auf den Verein übertragen worden.

Was tun, wenn man ein offensichtlich herrenloses Tier entdeckt? Man wendet sich entweder an das Ordnungsamt oder direkt ans Tierheim (unter Tel. 02546/7060 während der Dienstzeiten). Ist an beiden Stellen – zum Beispiel nachts – keiner zu erreichen, kann man sich an die Polizei wenden. Die fragt die Dringlichkeit des Hinweises ab und informiert dann gegebenenfalls den 24-Stunden-Dienst des Tierschutzvereins, der das Tier dann holt.

Aus Coesfeld und Lette sind im vergangenen Jahr 29 Fundhunde aufgenommen worden. „Davon sind 28 von ihren Besitzern wieder abgeholt worden“, berichtet Sandra Kassenböhmer. Den weitaus größten Teil der Fundtiere machen allerdings die Katzen aus. 75 waren es im vergangenen Jahr aus Coesfeld und Lette, davon wurden lediglich drei von den Besitzern wieder abgeholt, 41 nicht. 31 Fundkatzen waren verwildert. „Diese Katzen haben wir kastriert und wieder in ihr angestammtes Revier entlassen“, sagt Kassenböhmer.

Um den Besitzer über das Tierregister Tasso ausfindig zu machen, ist es hilfreich, wenn die Tiere gechippt sind. Neu seit einem Jahr ist, dass erwachsene Katzen auf Infektionskrankheiten getestet werden. Erst dann werden sie gegen eine Schutzgebühr an neue Besitzer vermittelt. Die verwilderten Katzen dagegen sind nicht zu zähmen und auch nicht zu vermitteln. Auch die Fundhunde werden durchgecheckt, geimpft und gechippt, ehe sie vermittelt werden.

Neben den Fundtieren gibt es auch noch die „Abgabetiere“. „Die Gründe dafür, dass ein Tier bei uns abgegeben wird, sind sehr unterschiedlich. Manchmal zwingt den Besitzer eine Krankheit, eine neue Arbeitsstelle, eine Scheidung dazu, dass man nicht mehr genug Zeit für das Tier hat“, sagt Sandra Kassenböhmer.

Der alte Besitzer muss zwar eine Aufnahmegebühr entrichten, der neue Besitzer eine Schutzgebühr. „Dieses Geld deckt unsere Kosten für die Unterbringung, die Verpflegung und die medizinische Versorgung allerdings nicht“, erklärt die Geschäftsführerin. Deshalb ist es gut, dass der Verein rund 400 Mitglieder zählt, die mit ihren Beiträgen helfen, diese Kosten zu decken. Auch Spenden gibt es immer wieder. „Ohne das ginge es nicht.“

Unabhängig davon ist der geplante Neubau des Tierheims. Dieses Projekt war – wie berichtet – im ersten Anlauf gescheitert, wird allerdings intensiv weiterverfolgt. Ein Grundstück hat der Tierschutzverein bereits im Visier, es sind jedoch noch eine Reihe baurechtlicher Fragen abzuklären. Die Zeit drängt, denn 2025 läuft der Mietvertrag in Lette aus. Bis dahin soll die neue Einrichtung stehen. | www.tsv-coesfeld-duelmen.de

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