Neugründungen und Geschäftserweiterungen in Coronazeiten geben Hoffnung
„Aufgeben war für uns keine Option“

Coesfeld. Es sei die pure Leidenschaft für ihre Idee und ihre Produkte gewesen, die Marina Wesseler und Diana Göckener auch in der Coronakrise nicht davon abgehalten haben, ihr eigenes Start-Up-Unternehmen „SeelenAllerlei“ im Februar zum Leben zu erwecken und an den Markt zu bringen. „Wir hatten eineinhalb Jahre in die Vorbereitungen investiert und als wir endlich starten konnten, kam Corona“, blickt Marina Wesseler zurück. „Aber irgendwie hatte das für uns auch etwas Gutes, denn so hatten wir noch mehr Zeit für kreative Ideen und konnten unseren Online-Shop schneller ausbauen als ursprünglich gedacht.“ Denn eigentlich wollten die beiden Geschäftspartnerinnen ihre Produkte auf Märkten in der Region anbieten. Die wurden jedoch abgesagt. So mussten sie den Fokus eben zunächst auf das Online-Geschäft legen. „Wir haben uns gedacht, jetzt erst recht. Aufgeben war für uns keine Option“, so Marina Wesseler.

Dienstag, 04.08.2020, 06:13 Uhr
Neugründungen und Geschäftserweiterungen in Coronazeiten geben Hoffnung: „Aufgeben war für uns keine Option“
Diana Göckener (l.) und Marina Wesseler haben sich mit „SeelenAllerlei“ trotz der aktuellen Coronakrise vor Kurzem selbstständig gemacht und verkaufen selbst hergestellt Produkte für kleine Auszeiten im Alltag – zunächst online, bald auch auf den wieder stattfindenden Märkten. Foto: Jessica Demmer

In ihrer kleinen Geschenkemanufaktur in Lette entstehen Produkte, die bewusste Auszeiten und Ruhephasen schaffen sollen, berichtet Diana Göckener. Personalisierte Windlichter werden zu „Seelenlichtern“, Körnerkissen zu „SeelenWärmern“. „Mit all unseren Produkten sind immer auch Botschaften verknüpft. Schlagworte wie Entschleunigung, Achtsamkeit oder Dankbarkeit sind für uns wichtig.“ Ob für Hochzeiten, Geburtstage oder auch in der Trauerbegleitung – es gibt viele Anlässe für die die beiden produzieren, so Marina Wesseler. Sie selbst hat drei Kinder, Diana Göckener zwei. „Als Mutter muss man immer mehrere Rollen erfüllen, man ist Ehefrau, Mama, Seelentröster für die Freundin, aber wo bleibt man selber?“, stellt Marina Wesseler die Frage, die die beiden auch zur Gründung ihrer GbR bewogen hat. „Wir wollten durch unsere Produkte Ruhe ins Leben bringen und die eigene Zufriedenheit steigern.“ Das haben die beiden auch für sich geschafft, sind vormittags in ihrer Werkstatt, wenn die Kinder betreut sind. „Mit der Auftragsentwicklung von Februar bis jetzt sind wir sehr zufrieden und wir haben noch viele Ideen. Vielleicht auch irgendwann einen eigenen Laden“, blickt sie optimistisch in die Zukunft.

Diesen Schritt hat Sigrid Janzik von „Zauberschön“ bereits gewagt. Zusammen mit Tochter Christina Janzik, die die Inhaberin ist, bietet sie seit rund vier Wochen an der Kupferstraße Bekleidung und Spielzeug für Kinder an. „Es gibt auch eine Zeit nach Corona. Außerdem wird es immer Geburtstage und Weihnachten geben, Bekleidung wird auch immer benötigt.“ Den Pachtvertrag für das Ladenlokal hätten sie schon im Januar unterschrieben – vor Corona. „Es gab dann ein bis zwei Wochen nach Ausbruch der Pandemie, in denen wir überlegt haben, ob wir das wirklich machen sollen.“ Aber Zweifel seien schnell aus dem Weg geräumt gewesen. „Aus unserem früheren Ladenlokal in Ahaus hatten wir noch die Inneneinrichtung mit Regalen oder auch die Kasse.“ Die Investitionskosten waren daher gering. „Dann kam noch einmal das große Zittern. Eigentlich wollten wir am 1. Juni öffnen, aber es gab den Shutdown“, berichtet Sigrid Janzik. „Eröffnet haben wir dann am 18. 6. und bis jetzt wurde es gut angenommen. Auch wenn wir merken, dass die Kunden nicht so lange wie sonst im Laden verweilen und oft nur das Nötigste kaufen.“ Zuversichtlich seien sie dennoch. „Wir haben sogar schon ein paar Stammkunden.“

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