Gerold Wilken mit Plakette der Stadt Coesfeld für hervorragende Verdienste ausgezeichnet
„Heimat für Mitmenschen geschaffen“

Coesfeld. Als „Alltagsheld“ und „Bürgermeister von Lette“, der sich seit vielen Jahren für seine Mitmenschen einsetze, bezeichnete Heinz Öhmann Gerold Wilken. Der Bürgermeister überreichte ihm in feierlichem Rahmen im Stadtschloss die Plakette der Stadt Coesfeld für hervorragende Verdienste. Dafür spendeten die Teilnehmer der Feierstunde viel Applaus.

Dienstag, 11.08.2020, 06:03 Uhr
Gerold Wilken mit Plakette der Stadt Coesfeld für hervorragende Verdienste ausgezeichnet: „Heimat für Mitmenschen geschaffen“
Gerold Wilken (3.v.l.) freut sich über die Plakette der Stadt Coesfeld, die ihm Bürgermeister Heinz Öhmann für dessen hervorragende Verdienste überreicht hat. Mit im Bild sind (v.l.) die Töchter Heike und Elke, Ehefrau Christel sowie Sohn Gerold jun. Fotos: Manuela Reher Foto: az

In seiner bescheidenen Art habe Gerold Wilken mit seiner Frau Christel einen Platz ganz am Rande des Raumes gewählt, sagte Öhmann. Erst auf eine spezielle Aufforderung hin rückte er nach vorne. Der Bürgermeister wandte sich an Wilken, einen gebürtigen Oldenburger, mit den Worten: „Du hast Heimat für andere Menschen geschaffen. Lette steht für dich immer im Mittelpunkt, damit das Windmühlendorf vielen Heimat bleibt und wird.“

Heimatvertriebene hätten in Lette Spuren hinterlassen, die Gerold Wilken bewahrt habe. Das treffe insbesondere auf das ehemalige Barackenlager für die Vertriebenen, auf den Heidefriedhof oder auf das Heimathaus zu, sagte Heinz Öhmann. „Heimat ein Haus zu geben, liegt dir am Herzen“, sagte der Bürgermeister zu Wilken.

Dieser bedankte sich bei der Stadt und beim Stadtrat „von Herzen“ für die Ehre, die ihm mit der Plakette der Stadt Coesfeld zuteil werde. Aber er machte auch deutlich, dass die Verdienste nur mit vielen Mitstreitern sowie auch Freunden und der Familie möglich gewesen seien.

„Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, die nicht langweilig gewesen ist“, betonte Wilken, der vor kurzem 70 Jahre alt geworden ist. Es sei die Zeit des kalten Krieges gewesen. Als junger Mensch sei er animiert worden, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er habe Landwirtschaft gelernt. Einer seiner Ausbilder habe damals zu ihm gesagt: „Wer frei sein will, muss bereit sein, Verantwortung zu tragen.“ Diese Devise habe er stets beherzigt. Ein Auslandspraktikum 1969 in Schweden habe ihm einen völlig neuen Blick von außen auf sein Heimatland ermöglicht.

„Eigentlich wollte ich Entwicklungshelfer werden“, verriet er den Teilnehmern der Feierstunde. Anfang der siebziger Jahre sei er in die Junge Union eingetreten. Nach der Hochzeit 1981 mit seiner Frau Christel, die aus Seppenrade stammt, sei er in Lette sesshaft geworden. Dort ist er auch seit vielen Jahren Vorsitzender des Heimatvereins.

Öhmann zitierte die Worte von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Heimat grenzt nicht aus, sondern verbindet. Heimat ist für alle da.“ Das sei auch aktuell die Handlungsmaxime für Gerold Wilken, der Geflüchtete mit Rat und Tat unterstütze, so Öhmann. Wilken knüpfe Kontakte über Grenzen hinweg.

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