Auf der Wiese neben Bloemen Mecking leben Schottische Hochlandrinder
Mit Bulle Boris fing alles an

Coesfeld. Alles hat angefangen mit Bulle Boris. Rötliches Haar, helle Wimpern – genau wie die gleichnamige Tennislegende. „Da war der Name irgendwie vorprogrammiert“, sagt Carolin Mecking mit einem Lachen. Neben ihrem Blumenhandel an der Borkener Straße stehen schon seit Jahrzehnten Schottische Hochlandrinder auf der Wiese. „Mein Vater Helmut, der das Geschäft vor rund 60 Jahren gegründet und hier in den 70ern gebaut hat, hat früher immer frisches Tannengrün für den Laden zur Adventszeit von einem Förster aus Dänemark geholt. Als er wieder einmal da war, hat er ein solches Tier dort gesehen und sich sofort schockverliebt“, gibt sie die Erinnerungen ihres Vaters wieder.

Sonntag, 20.09.2020, 08:00 Uhr
Auf der Wiese neben Bloemen Mecking leben Schottische Hochlandrinder: Mit Bulle Boris fing alles an
Schottische Hochlandrinder stehen schon seit Jahrzehnten auf der Wiese neben Bloemen Mecking. Aktuell sind es diese beiden älteren Damen, die es sich unter den großen Eichen und Kastanien gemütlich machen. Foto: Jessica Demmer

Zurück in Deutschland machte er sich auf die Suche nach einem Züchter. Was sich als gar nicht so einfach herausstellte. „Er hat wirklich lange telefoniert bis er endlich jemanden im Sauerland gefunden hat, der ihm ein Schottisches Hochlandrind verkaufen konnte.“ Boris zog auf die Wiese. „Das ist bestimmt schon 30 Jahre her. Damals war diese Rasse bei uns in Deutschland noch gar nicht so wirklich verbreitet. Heute sieht man sie schon mal häufiger“, so Carolin Mecking und ergänzt: „Es war und ist ein reines Privatvergnügen. Wir nutzen die Tiere nicht für wirtschaftliche Zwecke.“ Und weil dem so ist, hat Boris bis an sein natürliches Lebensende die Wiese sein Eigen nennen können. Jetzt stehen zwei Weibchen dort, ältere Damen kann man schon fast sagen, und lassen es sich ebenfalls gut gehen. Entweder im Schatten unter den großen Eichen und Kastanien, im großen Stall oder einfach auf dem Grün. Ganz gemütlich. „Das sind wirklich friedfertige Tiere, aber nicht handzahm. Streicheln kann man sie nicht“, erklärt die Coesfelderin, die das Geschäft von ihrem Vater vor vier Jahren übernommen hat.
Neugierig sind die Schottischen Hochlandrinder aber, schauen ganz genau, wer so an ihrem Zaun entlang geht. Bevor sie dann wieder gemütlich weiterfuttern oder sich an den aufgestellten Bürsten reiben. „Fellpflege wird auch ganz groß geschrieben“, so Carolin Mecking mit einem Lachen. „Auch wenn es mit den langen Zotteln vielleicht nicht aussehen mag.“ Das Fell sei jedoch perfekt für Wind und Wetter, denn die Tiere stehen ja das ganze Jahr über auf der Wiese. „Im Winter wärmt sie das Fell und bei Hitze kühlt es aber auch ganz gut“, erklärt sie. Das konnte in den vergangenen Tagen ja nun wirklich nicht schaden.

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