Stadtverwaltung sieht Bedarf mittelfristig erst einmal gedeckt
Keine weiteren neuen Kitas mehr nötig

Coesfeld. Die Stadtverwaltung sieht vorerst keinen weiteren Bedarf für Kita-Neubaumaßnahmen oder -Erweitungen in Coesfeld, wenn die aktuellen Projekte umgesetzt sind. „Es zeigt sich, dass prognostizierter Bedarf und Platzbestand mit den oben genannten Maßnahmen nahezu in Deckung gebracht werden“, schreibt sie in einer Vorlage, die heute Abend im Jugendhilfeausschuss des Stadtrates auf den Tisch kommt.

Dienstag, 22.09.2020, 11:18 Uhr

Der Blick richtet sich in dieser Vorausschau auf den 1. August 2022. Dann werden, wie Geburtenzahlen und Hochrechnungen ergeben, voraussichtlich 1624 Kita-Plätze benötigt – 1128 für Ü3- und 496 für U3-Kinder. Wenn alle neuen Einrichtungen bis dahin fertig sind, könnten 1608 Kinder tatsächlich einen Platz bekommen. Das sind zwar 16 weniger als die Bedarfsberechnung ergab. Aber: „Diese könnten durch veränderte Gruppenkonstellationen und moderate Überbelegung in den vorhandenen Kapazitäten aufgefangen werden“, so die Verwaltung. Zurzeit werden schon insgesamt 80 Kinder über die Regelplatzzahl hinaus in den Einrichtungen betreut.

Mehrbedarf bestünde voraussichtlich vor allem an U3-Plätzen. 21 Plätze fehlen dort nach den aktuellen Berechnungen perspektivisch, während bei den Ü3-Plätzen sogar von einem Überhang von fünf Plätzen ausgegangen wird.

Doch all diese Berechnungen haben viele Unbekannte. Bei den Unterdreijährigen wird aktuell von Experten eine Quote von 50 Prozent für ausreichend gehalten, um den Bedarf zu decken. Ob das in Zukunft noch passt, muss sich zeigen. Eine Erfahrung hat die Verwaltung in den vergangenen Jahren schon gemacht: Plätze, die aus Sicht der Eltern gut erreichbar waren, sind auch in Anspruch genommen worden – selbst über den prognostizierten Bedarf hinaus.

Auf der anderen Seite könnte es auch Probleme geben, wenn am Ende vorgehaltene Plätze nicht belegt werden. In einer geringen Zahl (ein oder zwei Plätze pro Gruppe) ist das finanziell noch zu stemmen. „Und sollten Plätze absehbar für längere Zeit frei bleiben, können diese nach Abstimmung mit dem Jugendamt durch gesteuerte Aufnahme von wohnsitzfremden Kindern unter Nutzung des interkommunalen Kostenausgleichs belegt werden“, so die Verwaltung

Auf jeden Fall sei die „Entwicklung weiter zu beobachten“.

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